Wolf Lang
Wolf Lang

21.05.2018

Und, sie wird dich testen.

 

Sie wird dich prüfen, ob du auch die dunklen, wilden, lasziven, dominanten, zügellosen, unersättlichen und schlampigen Aspekte annimmst.

 

Sie wird laut sein.

Sie wird Süß sein.

Sie wird verspielt sein.

Sie wird klug und weise sein.

 

Sie ist das Leben und die Natur selbst.

 

Unberechenbar. Unfassbar.

Jetzt ist sie auf dem Weg die Wucht ihres Naturells zurückzuerobern.

Und...

Sie wird dich testen, ob die Falle deiner Konditionierung, sie kontrollieren und besitzen zu wollen zuschnappt.

Und, manchmal gibt sie dir angeblich den Todesstoß.

Aus einer tiefen Liebe zur Wahrheit, wird sie dich testen.

Denn sie braucht nur eins:

Deine PRÄSENZ.

Einfach dasein, wenn sie ist wie sie ist. Keine Erklärung, kein Retten und kein Helfen.

Sie erwacht und braucht dich.

Wir brauchen einander auf dem Weg aus der Hölle unserer Geschichte.

„Es gibt keine Bewusstwerdung ohne Leid und Schmerz. Menschen werden alles tun, egal wie absurd, nur um nicht mit ihrer Seele konfrontiert zu werden.

Man wird nicht erleuchtet oder geheilt, indem man sich Figuren des Lichts vorstellt, sondern indem man sich der Dunkelheit bewusst wird.“  Carl Gustav Jung

Grund dafür ist, weil man dann keine Kontrolle mehr über seine Gefühle hat und außerdem sich in seiner ganzen Verletzlichkeit und Verletztheit zeigen muss. Man muss aus der Deckung herauskommen – In meine Authentizität kommen. Liebe annehmen geht auch nur, wenn man sich das zugesteht. Wie soll man die Liebe von jemandem akzeptieren, wenn man sich selbst für menschlichen Abfall hält?

 

Lieber tröstende Lügen als unangenehme Wahrheiten!!!!

Die Heilung liegt also – wie immer – in der Heilung der Beziehung zu sich selbst. Bei sich ankommen, bei sich sein. Das geht, indem man die realen Gefühle durchfühlt, bis sie verarbeitet sind. Wie kann ich mich selbst lieben? Das ist die Frage. Ich glaube, das geht nur, wenn man seine Verletzungen ansieht und sie fühlt. Den alle Gefühle die ich festhalte sind schädlich. Wir bremsen die Dynamik aus. Ein Gefühl braucht eine dynamische Bewegung, damit es aus dem Körper herauskann. Denn jede Spaltung ergibt eine Krankheit.

Aber pass auf, es ist niemals die Inhaltsebene – Es kann auch niemals auf der Inhaltsebene der Schmerz gelöst werden. Nicht was ist, sondern wie es ist, ist es. Welches Gefühl wird denn dabei transportiert. Schau dich dabei an, wertvoll und wertefrei und dann wird sich was ändern.

Das ist das Aufräumen des Kellers. Wenn der Keller deiner Psyche sauber und trocken ist, dann kannst du auch echte, authentische Freude und tiefe Liebe fühlen, ohne Angst, durch die dünne Abdeckung durchzubrechen, die den verdrängten Abgrund von Schmerz, Angst und Wut von dem bewussten Selbst abschirmt.

Wenn wir keine Energie mehr in die Verdrängung stecken müssen und nicht mehr durch die Verdrängung eine Scheinversion von uns selbst - eine Maske - aufbauen, dann können wir leicht und gelöst sein. Dann ordnet sich das Innere und wir spüren unsere Gefühle und unsere Herzenswahrheit wieder.

Neujahr 2018

Neujahr 2018

11. Jan 2018
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27.12.2017

Wenn wir uns alle ein Leben wünschen, das von Entfaltung in Freiheit, Vielfalt, Akzeptanz, Fülle, Frieden und Liebe getragen wird und konkret formulieren, wie es aussehen soll, nur dann kann es sich auch realisieren, dann liegt es nur an uns, die inneren und die äußeren Saboteure zu erkennen, sie in ihre Schranken zu weisen und durchzusetzen, was wir uns wünschen.

Liebe Weggefährten, ich möchte Euch einen Artikel von Dieter Broers zu lesen geben. Am Anfang ein wenig trocken und schwer zu lesen (habe hier aber auch ein wenig gekürzt – Ihr werdet es mir verzeihen), aber dafür wird es in der Mitte gigantisch.

„Wir sind das Zünglein an der Waage“. Meiner Überzeugung nach ist dieses Thema von höchster Bedeutung. Das sogenannte „Zünglein an der Waage“ lässt sich natürlich auch mit dem „Hundertste-Affe-Effekt“ erklären. Auch wenn sich „Kenner“ dieser Materie noch nicht genau auf den Wahrheitsgehalt des „Hundertste-Affe-Effekt“ einig sind, so ist seine Kernaussage doch als unstrittig zu bewerten. Wir beschreiben einen naturgemäßen Effekt, der aussagt, dass, dass wenn eine bestimmte Zahl („100“) von Individuen einen neuen Weg kennt, dieser neue Weg (Erfahrung, Wunsch) von allen andern Individuen erkannt und genutzt werden kann. Es gibt also den Punkt (Schwellenwert), an dem ein Einzelner der hinzukommt, den nötigen Unterschied ausmachen kann, bei dem das Feld stark genug ist um sich auf alle auszuwirken und nicht mehr länger der exklusive Bewusstseins-Besitz nur einzelner Individuen. Je mehr zusätzliche Individuen dieses neue Bewusstsein erreichen, desto mehr wird das Feld gestärkt, eine kritische Masse wird erreicht und die Erkenntnis wird der Bewusstseinsbesitz von Allen.

 

Das Besondere an diesem Vorgang ist die Art des Transports der Erfahrungen. Dieser Verbreitungsvorgang von Wissen (Erfahrung, Erkenntnis usw.) erfolgt nicht über den Kommunikationsweg von Zeichen oder Sprache. Die Verbreitung des Wissens – auch einer kleinen Anzahl von einer „kritischen Masse“ – wird über den sogenannten Hyperraum vermittelt.

Dass Medium dieser Informationen kann den „morphischen Feldern“ von Rupert Sheldrake zugeordnet werden. Diese Felder transportieren uns ihre Inhalte von einer Datenbank, die außerhalb unserer Raum-Zeit liegt. Jede Erfahrung, die hier in unserer Raum-Zeit zustande kommt, wird in diese Datenbank ewiglich abgelegt (sie liegt quasi außerhalb der Zeitlichkeit). Insofern sind auch all unserer persönlichen Gedanken und Erfahrungen nicht in unseren Köpfen verortet. Unser Gehirn fungiert lediglich als Transceiver (Sender-Empfänger). Dieser naturgemäße Funktionsablauf weist uns darauf hin, wie jeder unserer Gedanken und jede unserer Erfahrungen ewiglich gespeichert und von allen Entitäten (nicht nur Menschen) jederzeit abgerufen werden können. Ab einer ganz bestimmten Anzahl an Wiederholungen von Gedanken oder Erfahrungen sind diese Informationen für alle zuganglich, die zumindest die Voraussetzung für dieses Wissen haben. Und treten so oftmals als Intuition oder Eingebung in Erscheinung.

 

Anmerkung von mir dazu (siehe Grafik dazu): Erst wenn wir in unserem Innern die „Schwarzen Flecken“ (Schattenarbeit) aufgelöst haben, erst dann, können wir mal fühlen was so in den morphischen Felder so abgeht. Das Auflösen lernen wir in einem meiner Seminare bei www.wolf.training.

 

Was sind nun die Voraussetzungen für eine solche fundamentale Veränderung? Auf individueller Ebene, steht an, uns unserer Aufgabe zu stellen, die widernatürlichen Strukturen unseres Egos zu erkennen und uns von ihnen nicht weiter beherrschen zu lassen, sondern mehr aus unserem Herzen zu agieren und in Ehrfurcht vor der Schöpfung Geschwisterlichkeit zu leben.

 

Das menschliche Verhalten ist nicht ein ’Konglomerat’ unendlicher Kombinationsmöglichkeiten von einzelnen Charaktereigenschaften. Man muss sich unsere Verhaltensstrukturen vielmehr vorstellen als einen begrenzten Behälter mit verschiedenen Ebene und Segmenten. In diesem Behälter verarbeitet unsere Psyche alle Informationen mehr oder weniger automatisch und produziert dabei Reaktionen, die sich als (automatische) Gedankenantworten oder einem (automatischen) Antwortverhalten zeigen.

Das Verhältnis von Information und Reaktion beruht auf allen vorher verarbeiteten Informationen und den dabei individuell und kollektiv (auf welche Weise der Einzelne sich dabei auch des kollektiven „Informationspools“ bedient bzw. zu ihm beiträgt.) gemachten Erfahrungen. Dadurch entstehen Muster, deren Spektrum wir einerseits verschiedenen Menschentypen zuordnen können, die aber andererseits auch davon abhängen, wie viele dieser automatischen Informationsverarbeitungsprozesse und Antwortreaktionen sich jeder Einzelne schon bewusst vor Augen gehalten, reflektiert und ggfs. bereits neu bewertet haben.

Wären wir in der Lage, jede neue Information zu verarbeiten, ohne dies (auf den bereits gemachten Erfahrungen beruhenden) Automatismen zu überlassen, sondern jede neue Information ohne jede Voreingenommenheit neu zu bewerten und unsere Reaktionsweise bewusst auszuwählen, würden wir über ein wahrhaft objektives Bewusstsein verfügen können.

Dann würden wir aus den eingefahrenen, automatisch ablaufenden und uns in unseren Möglichkeiten begrenzenden Strukturen ausbrechen können. Dann könnten wir anfangen, neue Möglichkeiten zu erkennen und sie auswählen und in die Tat umsetzen. Und wenn „99“ andere diese neue Möglichkeit auch erkannt und umgesetzt haben, dann sind wir zusammen die „100“, die gemeinsam den „Hundertsten Affen“ erschaffen haben, den es braucht, damit diese neue Möglichkeit der ganzen Menschheit zur Verfügung steht.

Es geht also darum, uns zunächst einmal bei den zahlreichen Verhaltensweisen, die ganz automatisch ablaufen, genau zu beobachten und zu reflektieren, ob wir uns wirklich so verhalten wollen oder ob uns nicht etwas anderes, Erfreulicheres in den Sinn kommen könnte (herzgedeutete Wünsche). Das geht bei den allereinfachsten Dingen genauso gut, wie bei komplexeren Sachverhalten.

 

Von mir: Besonders bei Frauen, sehe ich hier das die Gesellschaft die weibliche Energie ausbremst. Dazu passt eine Szene aus "game of thrones". Weil dadurch ist die Prüfung ever!

https://youtu.be/5oQ0g51AuJo

 

Das ist mit „THINK OUT OF THE BOX“ gemeint. Wenn Ihr diese Maxime beherzigt, verblüfft Ihr Euch und Eure Mitmenschen mitunter mit scheinbar paradoxen Verhaltens- und Denkweisen. Gebraucht Eure Weisheit, Eure Fantasie, Eure Spontanität. Denkt die Dinge einfach mal rückwärts durch, in dem Ihr Euch das am Ende von Euch gewünschte Ergebnis vorstellt und Euch überlegt, wie man es erreichen könnte.

Werdet proaktiv im Sinne Eurer besten Absichten, statt weiter darauf ausgerichtet zu sein, in den meisten Situationen nur zu reagieren. Fangt heute damit an, NUTZT EURE MÖGLICHKEITEN und baut sie Stück für Stück aus. Es wird niemand vom Himmel herabsteigen und uns mit einem Zauberstaub zu den Menschen verwandeln, die wir gerne wären. Wir können es nur selber tun, in dem wir das, was wir längst wissen, was uns längst bewusst ist, auch umsetzen.

Wenn Ihr irgendetwas schon immer tun oder schon lange lassen wolltet, es aber aus eigener Kraft nicht schafft, dann überlegt Euch, mit welcher Belohnung Ihr Euch motivieren könnt. Statt weiter von den festgefahrenen Strukturen und Gewohnheiten gelebt zu werden, werdet zu den MEISTERN ÜBER EURE EGOS, übernehmt das Kommando, fang an, Eure Egos von der Last aller schlimmen Erfahrungen zu befreien, indem Ihr erkennt, dass das Schlimmste an schlimmen Erfahrungen ist, wenn man sie nicht vergisst und dann lasst sie los, wenn sie vorbei sind. Solange Ihr mit der Angst lebt, dass sie sich wiederholen könnten, seid Ihr nicht frei.

Vertraut Eurem Herzen, Eurem Geist, Eurem höchsten Selbst, von dem aus VERÄNDERUNGEN möglich sind. Glaubt an Eure Möglichkeiten und lasst die Opferrollen hinter Euch. Begreift, dass jedes schmerzhafte Gefühl, dass Ihr empfindet, Euch einen Dienst erweist, weil es Euch klarmacht, was Ihr NICHT FÜHLEN WOLLT und dann überlegt Euch, was ihr anstelle dessen wollt und trefft die Wahl. Solange es anderen nicht schadet, ist alles erlaubt.

Nehmt Euch Zeit, setzt Euch hin, schreibt es auf. Schreibt alles auf, was Ihr Euch wünscht. Für Euch, für die Menschen, mit denen Ihr Euer Leben teilen wollt und für die ganze Menschheit. Es kann und wird sich nur das ereignen, was wir uns vorstellen können. Also lasst Euren Wünschen an die Zukunft freien Lauf und habt den Mut, die Dinge neu zu denken.

Wenn wir uns alle ein Leben wünschen, das von Entfaltung in Freiheit, Vielfalt, Akzeptanz, Fülle, Frieden und Liebe getragen wird und konkret formulieren, wie es aussehen soll, nur dann kann es sich auch realisieren, dann liegt es nur an uns, die inneren und die äußeren Saboteure (ich nenne sie Arschengel) zu erkennen, sie in ihre Schranken zu weisen und durchzusetzen, was wir uns wünschen.

26.11.2017

Tu mir nicht weh!

Nein ich will nicht über die Brücke des Schmerzes gehen!

 

Eine der größten Motivationen des menschlichen Handelns ist die Vermeidung von Schmerz.

Menschen wollen sich nicht verlieben, weil sie den Schmerz des Verlassenwerdens nicht spüren wollen.

Sie zeigen sich nicht, weil sie Angst haben, abgelehnt zu werden.

 

Sie wollen sich nicht hingeben aus Angst, die Kontrolle zu verlieren.

So entwickeln sie Ängste und Aggressionen, um sich zu schützen und den Schmerz zu vermeiden. Doch damit schützen Sie sich vor dem Leben und lehnen es ab.

 

Auch in der Spiritualität ist das oft die Motivation, eine Meditation zu machen, positiv zu denken oder nach Erleuchtung zu streben. Die Motivation ist die Flucht vor dem Schmerz.

Erleuchtung, Erwachen oder wie auch immer es genannt wird, ist jedoch die Integration des Schmerzes. Wie soll ich eins werden, wenn die Motivation darin liegt, einen Teil abzulehnen?

Millionen Menschen streben nach Erleuchtung und eine Hand voll behauptet zumindest, sie zu haben, zu sein oder darüber bescheid zu wissen. Für viele Grund genug, es weiter zu versuchen.

 

Solange die Motivation die Vermeidung von Schmerz ist, wird jedes Mittel, egal ob Tabletten, Alkohol, Drogen, Meditation, Positives Denken, Extremsport (ja, auch dadurch muss man nicht über die Brücke gehen) oder künstliche Dankbarkeit nichts weiter sein, als eine Flucht vor dem, was du eigentlich willst.

Lebendiges Leben ist die Bereitschaft, Schmerzen zu erleiden, die Bereitschaft sich selbst zu verlieren, zu trauern, Angst zu haben und natürlich auch zu lieben, Freude zu empfinden und glücklich zu sein.

Das ist der Grund, wieso viele derer, die für erleuchtet gehalten werden, nicht mittels Meditation oder einer Methode zur Erleuchtung kamen, sondern auf dem Höhepunkt ihres Leidens aufgeben mussten.

Sie brachen zusammen, der Widerstand zerfiel und plötzlich sahen sie die Dinge so, wie sie sind. Sieh dem Schmerz ins Gesicht, erkenne, was er ist und lass dich von ihm in eine gesunde Richtung leiten.

Ihn zu fürchten oder abzulehnen ist keine Erleuchtung, sondern eine Depression.

Dazu passt aus dem Buch (Aus "Werde verrückt - Part 2. Das Praxisbuch“ von Veit Lindau

Viele Menschen gehen nicht wirklich los, weil sie Angst vor Fehlern, Niederlagen, Sichtbarkeit und Ablehnung haben. Sie haben Recht.
Wenn du losgehst, wirst du mehr Fehler machen, mehr Niederlagen erfahren, sichtbarer sein und allein deshalb können dich nun mehr Menschen ablehnen.
Tut das manchmal weh? Ja.

Doch es ist ein Schmerz, der dich befreit. ...
Dein Fehler, bewusst erlebt, macht dich weiser.
Deine Niederlage zeigt dir, wer du nicht bist und das etwas in dir stärker ist und wieder aufstehen wird.
Deine neue Sichtbarkeit ist DER Turbobeschleuniger für deine Entwicklung.

Wolltest du nicht immer schon wissen, wer deine wahren Freunde sind? Steh auf und zeig dich – mit deiner Vision, deinen Ambitionen und Werten. Die, die in Wahrheit nie wirklich in einem Boot mit dir gesessen haben, werden sich aufregen und dann – das ist das Schöne – ohne dass du etwas tun müsstest, deine Realität verlassen.
Die, die schon immer auf dich in deiner schönsten Version gewartet haben, werden kommen. Zum Teil aus völlig unvorhergesehenen Richtungen.
Ja, du wirst dich auf dem Spielfeld ab und zu einsam, peinlich, enttäuscht, wütend fühlen. Doch du wirst auch endlich wieder den Wind des Abenteuers auf deiner nackten Haut spüren.
Du wirst dich daran erinnern, wie es als Kind war, versunken in Begeisterung im Schlamm einer Pfütze zu baden.

Die salzigen Tränen, die du hier draußen, auf dem Spielfeld deiner Wahl, weinst, werden manchmal Tränen der Freude und manchmal des Schmerzes sein. Doch in jedem Fall schmecken sie frisch und führen dich nach Hause.

(Aus "Werde verrückt - Part 2. Das Praxisbuch“ von Veit Lindau

Das Foto habe ich letzte Woche aufgenommen, bei dem Seminar Tod und Sterben. Ein tolles Ritual in vier Stufen um Gefühle, Menschen oder das Jahr loszulassen, und sich dann dankbar daran erinnern zu können.

Ich werde in der letzten Zeit öfters gefragt, wie gehe ich mit Menschen um, die permanent am Jammern sind. Ich sehe und fühle das ja auch, dass Menschen ob Jung oder Alt generell Jammern oder an „Einem“ herumjammern.

 

Du machst deine Arbeit nicht richtig,- Du machst zu viele Fehler,- Was hast du denn gerade angezogen,- Du bekommst Fotos von deinem dicken Bauch gezeigt,- Wieso ist dein Hund so dick,- Wieso belegst du deine Pizza nicht anders,- Wo ist den dein Roter Faden im Leben, usw, usw., usw. Aber gehen wir erstmal auf die erste Frage ein. Dazu passt auch der heutige Kalenderspriuch von Veit Lindau dazu.

 

Frage an mich: Wie ich mit Leuten umgehe, die immer nur jammern. Die immer in allem das Negative sehen, selbst wenn es schön war. Und die sich selbst immer als Opfer der Umstände sehen. Wie geht man mit dieser Laune der Natur um? Und ich sag dir, ich weiß es auch nicht. Wenn ich auf solche Menschen treffe, täusche ich aus Verzweiflung eine Ohnmacht vor. Und sobald keiner mehr guckt, mache ich mich aus dem Staub.

 

Aber was, wenn du so jemanden als Kollegen hast? Oder noch schlimmer: Wenn dein Mann oder Frau so einer ist. Oder deine Mutter, dein Vater, deine Schwester, dein Bruder, deine Freunde oder eins deiner Kinder. Also was, wenn du mit der Ohnmachtsnummer nicht durchkommst?

 

Dann habe ich mir eines zur Angewohnheit gemacht: Ich reite penetrant und unnachgiebig auf den positiven Aspekten herum. „Letzte Woche hatte ich so eine Grippe.“ „Ach, so eine Auszeit ist ja auch mal schön.“ „Meine Frau gibt viel zu viel Geld für ihre Sammeltassen aus.“ „Ach ja, Geld muss in Bewegung sein, sonst nutzt es niemanden was.“ „Mein Chef macht mich immer runter, dem kann man es nicht recht machen.“ „Ach ja, es ist ja gut, wenn man jemanden hat, der einen fordert, so dass man über sich hinauswachsen kann.“ Mal sehen ob du länger negativ, als ich positiv sein kannst. Ein bisschen sportlicher Ehrgeiz hilft im Leben.

 

Und dann passiert normalerweise eines von zwei Dingen: Der andere folgt mir und lenkt seinen geistigen Scheinwerfer irgendwann auch wieder auf die Sonnenseiten des Lebens. Oder die liebenswerte Dauer-Jammerbacke täuscht ihrerseits eine Ohnmacht vor, weil er oder sie so viel Positivität nicht einsortieren kann. Und wenn ich dann „zufällig“ in die andere Richtung schaue, macht er oder sie sich aus dem Staub. Problem auch gelöst. Es lebe die kreative Kommunikation.

 

Aber, dann kam folgende Frage:

Ich weiß jetzt, wie ich mich von ewigen Jammerbacken fernhalte. Aber ich möchte anderen helfen, weil uns Menschen das glücklich macht. Was denn nun?“

Und meine Antwort: Ja, keine Ahnung. Die Welt ist halt paradox. Aber noch mehr ist es vielleicht so, dass die typische Jammerbacke ja genau NICHT will, dass man ihr hilft.

Weil es eben viel einfacher ist, sich zu beklagen. So viel einfacher, als sich helfen zu lassen. Weil da muss ich vielleicht auch meinen Teil übernehmen. Ne, zu anstrengend.

 

Wenn du also einem Dauernörgler wirklich helfen willst, dann warte einen richtig guten Punkt ab, an dem dieser Mensch einen guten Tag und du eine warme und mitfühlende Verbindung zu diesem Menschen hast. Und dann versuche ihm auf ganz liebevolle Art klarzumachen, wie sehr dieser Mensch durch sein Jammern andere Menschen wegstößt.

 

Und wie unglaublich unattraktiv und unsexy Jammern ist. Und wie nervig. Und wie kräftezehrend. Und wie nutz- und fruchtlos. Versuche das klarzumachen. Was erstaunlich oft nicht funktionieren wird. Weil es extrem schwer ist, Menschen aus ihrem Film rauszuholen, wenn sie da nicht raus können oder wollen.

 

Deswegen Plan B: Kümmere dich halt um die Menschen, die Hilfe wollen und annehmen können. Wie überall im Leben gilt: Überlege dir gut, wo du deine Kraft investierst. Aber sei Vorsichtig dabei, denn:

 

Wähle den, neben dem du leuchten darfst. Wähle den, der vor deinem Licht nicht flüchten muss. Wähle den, der keinen Blick für deine Kleinheit hat, sondern deine Größe liebt. Wähle den, der seinen Worten Taten folgen lässt. Wähle den, der keine Angst vor deinen inneren Monstern hat, sondern wagt, sie zu küssen.

Wähle den, der dir Mut macht in Zeiten, in denen du dich schwach fühlst. Wähle den, dem du geben kannst, was du von ihm erwartest. Wähle den, der dich nicht klein macht.

Wähle sorgsam. Wähle für dich!

 

15.10.2017

Ich werde immer gefragt warum ich diesen Weg in meinem Leben gehe! Vorab werden sich einige wundern warum ich in Comic Sans schreibe. Ich liebe diese Schriftart, da kommt mein kleines Kind hoch.

Irgendwann war ich an einem Punkt, an dem ich begriffen habe, dass ich nicht mehr zu kämpfen brauchte, weil es mich nicht weiterbrachte. Ich hatte begriffen, dass ich nichts mehr tun kann oder musste. Ich konnte nichts erzwingen.

Als ich das begriff, viel erst mal alles in sich zusammen und dann kam die Stille hoch. Dann wurde plötzlich alles leicht und leer in mir. Ich fing an loszulassen, woran ich mich geklammert hatte, an Hoffnungen, Menschen oder Dinge aus meiner Vergangenheit inklusive meiner Blutsahnen, die ich so nicht akzeptieren wollte oder konnte. Ich begriff, dass ich all das nicht mehr ändern konnte. Ich suchte nach einem Leben ohne Schmerz, aber das gibt es nicht im Lebensprinzip.

 

Egal, wie sehr ich daran glaubte.

Egal, wie sehr ich es mir wünschte.

Egal, wie sehr ich dagegen angekämpft habe.

Egal, wie weh es mir tat.

Was geschehen soll, das geschieht.

Was gehen will, das geht.

Was bei dir sein will, das bleibt oder kommt aus freiem Willen zu mir zurück.

Irgendwann waren die Schmerzen und die Angst loszulassen vorbei. Denn im Schamanismus ist alles gleich. Es gibt keine Vergangheit und Zukunft, nur die Gegenwart. Es gibt auch keine Parallelwelten - ALLES LEBT. Denn nur ich habe die Verantwortung welche Qualität mein Leben hat, und dahin zu schauen, was mich daran hindert ganz zu werden.

Dann befreite es mich allmählich auch von Ängsten, Schuldgefühlen und Zwängen von allem, was mich festhielt. Und ich ging meinen Weg, packte meinen mentalen Koffer mit dem, was übrigblieb. Ein Koffer voller Erfahrungen, Erkenntnisse und Erinnerungen.

Mein Weg lag vor mir, ich sah ihn noch nicht, aber ich fühlte, es ist so weit.

Ich machte meine Schritte in die neue Zeit......(Ich nenne sie für mich in die Anderswelt gehen). Es wurde auch ein Weg der Achtsamkeit, in Demut und Liebe, der ich mich unterordnete.

Auf diesem Weg gab mir mein Gefühl auf all meine Fragen immer meine erste Antwort, erst dann folgte der Verstand mit Gegenargumentation. Der Verstand versuchte abzugleichen, und das tut er gerne in dem er Argumente findet, dass ich a) ja schon das richtige tue und b) in dem er auch immer auf andere verweist. Ok, ok, es funktioniert noch nicht immer so bei mir, aber ich bin zuversichtlich durch meine täglichen Prüfungen das es irgendwann auch so sein wird.

Aber, die größte Falle auf dem Weg zur inneren Klarheit, ist der Blick auf andere. Natürlich wird dir dein Verstand immer logische Erklärungen liefern warum, die Welt so schlecht ist wie sie ist. Dennoch hat es einen Grund warum eben DU gerade JETZT mit diesem Thema verbunden bist. Denn eine Menge anderer Menschen haben dieses Thema eben gerade nicht.

Also ist die wertvollste und wichtigste Frage immer: Was hat es mit mir zu tun? „Nichts„ es ist immer eine Lüge des verletzen Egos. Es hat mit dir zu tun und wenn du die Verantwortung darüber übernimmst, dieser Frage ernsthaft ins Gesicht zu sehen, wirst du reich beschenkt. Denn dann nutzt du die Chance diese innere Verletztheit anzusehen und zu heilen. Danach wird dir dieses Thema nie wieder begegnen. Wenn du ein wiederkehrendes Muster in deinem Leben entdeckst und findest darauf keine Antwort, nimm dir einen guten Coach, denn dann stehst du absolut vor der richtigen Tür.

Du bekommst sie nur nicht alleine auf. Das ist einfach nur ein Hinweis darauf, dass dort ein Schmerz sitzt, der sehr alt und sehr tief sitzt, so gut versteckt, dass du ein Gefühl der Taubheit empfindest, eben nichts fühlen kannst. Es gibt aber keine Frage auf die es keine Antwort gibt die letztlich nicht wirklich mit dir zu tun hat. Alles hat mit dir zu tun, es ist DEIN Leben!

Alles in DEINEM Leben hat auch mit DIR zu tun. Es dient deiner Entwicklung, hin zu einem schöneren Menschen. Und mit schön meine ich, im Inneren schön. Sanftmütig, großzügig, ausgeglichen, im Gewahrsein der Fülle des Lebens. In der Freude an jedem geschenkten Tag.

Ja, wie wäre denn dieser liebende Mensch, der wir alle werden könnten? Welche Ethik (von ethos) ist die Lehre von richtigen Handeln und Wollen, für uns? Klar, gibt es keine pauschale Ethik die wir nicht einfach uns und jedem überstülpen können. Deshalb gibt es in meinen Seminaren auch für jeden seine individuelle Ethik zu erarbeiten. Aber hier mal eine komplexere Ethik die nicht immer so ausführlich sein muss:

 

1. Er trägt die komplette Verantwortung für die Qualität seiner Gedanken, seiner Handlungen, seiner Worte; das heißt, er reagiert nicht mehr, sondern er agiert gemäß seinen Absichten und Entscheidungen, die er für sich und sein Leben getroffen hat. Er macht seine Gefühle nie abhängig von dem, was andere tun oder nicht tun, er macht sie abhängig von dem, was er will.

2. Er sucht die Wandlung, er sucht das Unbekannte und das Unvorstellbare, er sucht die Intensität, die Freiheit und stetiges Wachstum seines Bewusstseins.

3. Da er niemanden braucht, kann er es sich leisten, wertfrei und neutral Menschen wahrzunehmen, sie zu spüren, sie zu erkennen. Wie die anderen sich ihm gegenüber verhalten, interessiert ihn nicht. Interessant ist für ihn nur, wie sie sind, wie sie denken, wie sie fühlen und leben (und leiden), und davon lässt er sich gerne inspirieren und befruchten. Er selbst lässt alle liebevoll sein und achtet ihre Eigenheiten.

4. Er lebt in der Gegenwart, handelt spontan und aus der Situation, folgt der Stimme seines Herzens und dem Ruf seiner Visionen, kraftvoll, direkt.

5. Er pflegt sein Umfeld, sucht die innige Verbindung zu allem was ist, ist aufmerksam und voller Achtung, frei von Verwicklung, frei von Angst, frei von Wertung, frei von Standpunkten und dem Gefängnis seiner geschichtlichen Prägung.

6. Er lässt andere sein und leben wie sie möchten (es ist ja schließlich ihr Leben), betrachtet sie vorurteilslos.

7. Er kümmert sich liebevoll um Partner, Kinder, Freunde, Arbeitskollegen und Haus, aber er wird frei von allem sein.

8. Es ist ihm völlig egal, was einer über ihn denkt – Erwartungen erfüllt er grundsätzlich nicht, es sei denn, sie liegen sowieso auf seinem Weg – das macht ihn extrem unabhängig und ausgeglichen.

9. Er lässt sich von seiner Sehnsucht, seiner Freude, seinen Visionen durchs Leben ziehen.

10. Er hört nur noch auf die Stimme seines Herzens und was immer er tut, tut er aus sich heraus, egal, was jemand von ihm hält, erwartet und will.

11. Nur sicher zu überleben ist ihm zu wenig – er will Genießen, er will Freude, er will Energie und Erkenntnis, er will im Herzen berührt sein und sein Leben als sinn- und liebevoll empfinden. Er will Glückseligkeit erfahren – und die, die es möchten, von Herzen teilhaben lassen.

 

Vielleicht denkt jetzt der eine oder andere, wo kämen wir denn hin, wenn jeder nur noch macht, was er will, was ihm Freude macht? Soll ich es Euch sagen? Ins Paradies.

 

Wenn jeder der Stimme seines Herzens folgen würde, würde er automatisch an dem Ort landen, an dem das Große Sein ihn gemacht hat (gemäß E.T. "Nach Hause gehen). An den Ort seiner Bestimmung. Ich bin davon überzeugt, dass, wenn wir geboren werden, wir einen tiefen Drang in uns haben, etwas Wesentliches – nämlich unserem Leben Entsprechendes – zu tun. Etwas Wesentliches für uns, etwas Wesentliches für die Welt.

 

Wir wollen Lebensqualität steigern, etwas bewegen, berührt sein und berühren, einen Unterschied machen im eigenen Leben und in Leben anderer, wenn sie dies möchten. Wir wollen etwas machen im Leben, was konstruktiv ist, konstruktiv für mich selbst und meine Entfaltung. Aber auch konstruktiv für die Welt und ihre Entwicklung. Oder um es mit den Worten von Kalil Gibran zu sagen: „Bei Deinem Leben wurde Dir Dein Werk ins Herz gelegt.“ Und: „Wir alle sind getragen, genährt und durchflutet von schöpferischer, göttlicher Energie.“

 

Und diese hat nur ein Ziel: Zu erschaffen und sich zu entfalten an Bewusstsein, Energie, Erkenntnis, Freiheit, Schöpferkraft, Lebendigkeit, Liebe.

 

Folge ich also den Impulsen meines Wesens, die als Stimme meines Herzens zu mir sprechen, wird mein Weg zum Segen werden: Zum Segen für mich, zum Segen für das große Ganze. Davon bin ich zutiefst überzeugt.

 

Für mich ist eine Vision ein noch nicht manifestierter Traum, der die Kraft hat, Wirklichkeit zu erschaffen. „If you can dream it, you can do it.“ Kannst du es träumen, kannst du es auch leben, hat Walt Disney gesagt und es ausdrucksvoll gelebt. Viele Menschen sehen Dinge, die es gibt und fragen "Warum?" Wir hingegen könnten von Dingen träumen, die es nie gegeben hat und uns sagen: "Warum nicht?"

 

Wenn wir uns Menschen nehmen, wie wir sind, so machen wir uns schlechter. Behandeln wir uns jedoch, als wären wir, was wir sein wollen, so bringen wir uns dahin, was wir sein können.

 

Diejenigen von Euch, die diesen Traum einer liebevollen Welt mitträumen möchten, lade ich aus ganzem Herzen ein: "Lasst uns selbst die Veränderung sein, die wir gerne in der Welt sehen würden!"

Und sollte sich beim einen oder anderen eine leise Stimme melden, die sagt: "Völlig utopisch, ausgeschlossen, das wird nie etwas". Dann darf ich nun ein letztes Mal Einstein zu Wort kommen lassen, der hoffnungsvoll meinte: "Eine wirklich gute Idee erkennt man daran, dass ihre Verwirklichung von vorneherein ausgeschlossen erscheint."

Für mich ist es ist ein großes Geschenk, mit Menschen zusammen zu sein, die nicht darauf aus sind, immer mehr zu haben, sondern unterwegs sind zu sich selbst; Menschen, die das Wesentliche suchen, entfalten wollen, was angelegt ist; die aufeinander hören und voneinander lernen wollen; die aufeinander zugehen und für Mitmenschen einstehen; die ihre Gefühle zeigen und so Offenheit ermöglichen; die herzhaft lachen können und Trauer verstehen; die Herausforderungen annehmen und an ihnen wachsen; Die das Leben genießen und für jeden Tag dankbar sind.

 

Schenken wir unserer jungen Pflanze Vertrauen, das sie uns in die Lage versetzt unseren Kurs selbst zu bestimmen und negative Emotionen nicht die Oberhand gewinnen. Betrachten wir unseren Weg als wiederkehrendes Geschenk, der uns die Chance gibt zu wachsen.

 

Ich fühle mich verbunden mit fragenden, suchenden, zweifelnden Menschen, die unterwegs bleiben ohne die trügerische Sicherheit zu wissen, was nachher ist.

Ich fühle mich verbunden mit vertrauenden Menschen, die immer wieder straucheln, Ziele nicht erreichen, Fehler machen und trotzdem nicht aufgeben.

 

Euch allen einen wunderschönen Sonntag mit Zeit für das Wesentliche: das Lieben, das Vertrauen und Weitergehen...

 

04.10.2017

Das Wochenende war wieder einzigartig.

Es handelte von den vernachlässigten 50 Prozent aller Menschen, von der Minderheit der leisen Menschen.

Klar rede ich „laut“ über mich selbst, wie ich die Welt sehen. Natürlich weiß ich schon seit Langem, das ich nicht zur introvertierten Spezies gehöre. Aber auch nicht zu der egobesessenen Extro-Welt gehöre. Ich bin auch kein Nerd, der sich tagelang mit dem Computer verbarrikadiert und bestellte Pizzas auf die Tastatur krümelt (Trotzdem liebe ich Menschen wie Sheldon Cooper).

Natürlich bin ich immer Präsent, schon alleine von meiner Biomasse ausgehend.

Natürlich habe ich mir vorgenommen mich zu zeigen, mich wirklich zu zeigen, mit allem was mich ausmacht. Natürlich werde ich dadurch Menschen zu Reaktionen verführen. Ich bin ihnen selten gleichgültig. Sie werden eine Meinung haben zu mir, sie werden sich in mir spiegeln, sie werden sich mit mir konfrontieren oder mich für das lieben was ich bin. Manche werden mich im Augenblick hassen, aber das ist gut so, sie erwachen dann so langsam.
Ich nehme bei ihnen einen Platz ein, ich mache mich sichtbar, mit allen Konsequenzen.
Meine Präsenz bewegt. Meine Präsenz heilt.

- Nein, ich bin kein Alphatier

- Nein, ich muss nicht im Mittelpunkt stehen

- Nein, ich weiß nicht alles besser

- Nein, ich will nicht von allen geliebt werden

- Nein, ich will nicht von allen verstanden werden

Das ist was ich tue: Ich ermutige Menschen in ihre Kraft zu kommen, ich helfe ihnen dabei ihre Ängste zu entdecken, denn oft sind es die Ängste denen wir uns gar nicht mal bewusst sind, die uns im Weg stehen.

Ich ermutige Menschen, wieder in ihren Glauben zu kommen, denn das wichtigste was wir als Mensch haben, ist unser Glaube. Und ich bringe ihnen bei bewusster zu beobachten, "wer" sie sind, "wie" sie sind. Die Fähigkeit sich zu entwickeln, sich selbst aus dem Spiel zu nehmen und die Situation nochmals in Ruhe zu betrachten um sich beim nächsten Mal besser leiten zu können ist eine Königsdisziplin, die gerade den verletzen Seelen so enorm schwerfällt, da ihr Emotional Körper auf Angriffe sofort reagiert und mit Kampf (entweder "stillem" gegen sich selbst gerichtetem oder "offenem" gegen den " Widersacher" gerichteten).

Dazu passt diese Passage von Veit Lindau aus dem Buch „Seelengevögelt“ zu mir:

Viele Menschen sterben lange vor ihrem letzten Atemzug. Wenn wir aufhören, himmelstürmend zu denken, wenn wir die geistigen Umlaufbahnen der Gegenwart als das Nonplusultra unserer Möglichkeiten akzeptieren. Wenn wir nicht mehr bereit sind, die Mauern unserer eigenen Ideen ins Wanken zu bringen, ... erlischt der Funke der Unendlichkeit in uns.

Um alte Gewohnheiten mitsamt ihren Wurzeln auszureißen, braucht es den Protest deines inneren Rebellen: "Nein! Ich bin nicht bereit, auch nur auf eine meiner großartigen, verrückenden, frechen, albernen, entzückten, erregenden, lachenden, alle Grenzen sprengenden Ideen zu verzichten. Ich war versklavt. Ich war mein eigener Gefängniswärter. Ich selbst erschuf die Dunkelheit meiner Furcht. Jetzt erwache ich und rebelliere."

Das ist was ich tue.

„Ich lasse euch ein Geschenk zurück — meinen Frieden. Und der Friede, den ich schenke, ist nicht wie der Friede, den die Welt gibt. Deshalb sorgt euch nicht und habt keine Angst.“

17.09.2017

Neben einer starken Frau zu leben ist eine wundervolle und zugleich Alles herausfordernde Erfahrung.

Sie bringt nicht nur Wärme, sondern auch das Feuer. Sie ist nicht nur Kelch, sondern auch das Schwert. Sie dient dir selbstverständlich und ist zugleich eine stolze Königin, die respektiert werden will. Sie ist nicht nur sanfte Geliebte, sondern auch ein wilder Samurai. Sie fördert und fordert dich. Sie lässt dich frei und ist dir gleichzeitig näher als nah. Sie tritt dir auf die Füße, wenn du einschläfst. Sie feiert jeden deiner Schritte in deine wahre Größe, denn sie will dich nicht klein, sondern so stark und wach wie möglich an ihrer Seite wissen. Sie kommt in dein Leben, wenn du bereit bist, all deine Konzepte auf den Prüfstein der Echtheit zu legen. Wenn du mutig und verletzlich genug bist, um deine eigene, dunkle, mysteriöse Anima zu umarmen. Wenn du nicht mehr nur kämpfen, sondern auch lieben lernen willst.

Mit einem starken Mann zu leben, entfesselt ALLES. Ja die volle Liebeskraft & auch alles, was sich im Dunkel versteckt. Was denkt nicht sein zu dürfen in mir, was denkt hässlich zu sein. Das Licht bricht Tag für Tag tiefer & tiefer in meine Gewölbe ein.
Es alchimiert mich, bis ich liebe. Von Andrea und Veit Lindau

12.09.2017

Für unsere Vorfahren und Ahnen war der Wandel von Sonne und Mond, der Wandel der Kräfte in der Natur, und im Kosmos eingebunden in den Jahreskreis. Alles lebt, wächst und wandelt sich nach den kosmischen Gesetzen dieses Jahreskreises. Und ein Verständnis dieser Kreisläufe bringt auch zugleich ein Verständnis für das Leben schlechthin.

 

Alles und vor allem ist man selber darin eingebunden, und hat dort seinen individuellen Platz.

 

Eines der 4 anerkannten Sonnenfeste heißt unter anderem Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche. Als Gegenstück zum Frühlingsanfang wird es um den 21./22. September gefeiert. Sie sind beides Schwellenfeste, an denen Tag und Nacht genau gleich lang sind und sich die Waage halten. Wenn man den Jahreskreis auf den Tag überträgt, dann entspricht dieses Fest dem Sonnenuntergang, dem Abendrot und der Dämmerung. Es ist ein Zwischenzustand zwischen Tag und Nacht.


Und jeder weiß, wie schön das sein kann, wie intensiv die Farben eines Sonnenuntergangs sind, das Spannungsfeld zwischen untergehendem Licht und schon heraufkommender Nacht. Und so ist es auch im Herbst, dem großen "Sonnenuntergang des Jahres".


Man kann deutlich spüren, wenn man sich in diesem Zwischenzustand befindet, auf der Schwelle zwischen Tag und Nacht. Das ist immer auch eine Nahtstelle zur Anderswelt, zu ganz besonderen Gefühlszuständen.

Nun gehen wir in die Dunkle Seite des Jahreskreises.

Jetzt hat der Herbst Einzug gehalten! Es geht in die dunkle Zeit. In dieser Zeit können wir alles in Frage stellen, uns neu orientieren, loslassen und neue Ziele (Projekte) durchdenken. Es wird auch Lange-Weile auftreten in dieser Zeit.

 

Ja, man kann den freudigen Sommer mit den langen Partynächsten nicht festhalten, oder kontrollieren. Viele Dinge unterliegen einem Rhythmus. Sie haben und brauchen ihre Zeit. Das entspricht ihrer Natur.

 

Aber was tun Menschen in dieser Zeit? Viele Menschen tun vieles, um das Gefühl der Langweile zu verhindern, es zu bekämpfen und zu unterdrücken und jede ‚freie‘ Minute möglichen Leerlaufs zu füllen mit Aktivitäten, Ablenkungen und Reizen, die vor allem eins sollen: sich nur ja nicht langweilen und die innere Leere fühlen.

Aber jetzt ist gerade die richtige Zeit, sich der inneren Leere zu stellen.

Viele, wenn nicht die meisten von uns waren oft über lange Zeit hart zu sich selbst und zu anderen, haben sich hart verurteilt und sind im Alltag und in ihrem Denken hart mit sich umgegangen. Wir haben unser Herz verschlossen für das Fühlen unserer Gefühle und die Liebe zu uns selbst sowie zu dem Kind in uns (von dessen Existenz bis heute viele nicht einmal etwas ahnen).

Darüber haben wir uns innerlich verhärtet und viele Körper zeigen diese inneren Verhärtungen jetzt in vielen Symptomen bis Krankheiten, bei denen die Bewegungsfähigkeit eingeschränkt und der Mensch zu Langsamkeit und Anhalten gezwungen wird.

Jetzt sind Weichheit und Sanftheit, Zärtlichkeit und Geduld wichtige und notwendige Haltungen, um das Blatt zu wenden für ein neues Kapitel mit einem gesunden Körper in einem glücklichen Leben. Und Liebe ist der erste ‚Weichmacher‘ für ein hartes, verschlossenes Herz.

 

Heißt aber nicht, das Du alles hinnehmen sollst, was andere Dir so zufügen wollen.

 

Deshalb warte nicht, bis die Seele zu deinem Körper sagt: „Geh du vor, auf mich hört sie/er nicht. Zeige ihr/ihm deutlich, dass es so nicht weitergeht!“.

Viel Erfolg für Dich und komm gestärkt mit neuen Impulse aus der dunklen Zeit.

 

P.S. Leben bedeutet, Lösungen zu finden.

 

02.09.2017

Als ich vor ein paar Jahren den Narr in Öl malte, wusste ich noch nicht so richtig warum ich das tat.

 

Was bedeutet die Karte im Tarot denn eigentlich:

 

„Ich lebe im hier und Jetzt, voller Vertrauen. Ich gehe meinen Weg.

 

“Einer der Weisen im Tarot – und nicht nur dort – ist der Narr.


Der Narr entzieht sich jeder Beurteilung, deshalb ist ihm die Zahl „0“ zugeordnet. Das Urteil anderer kümmert ihn nicht, und es sollte auch Dich nicht kümmern. Niemand kann Dich beurteilen, oder hat das Recht Dich zu bewerten. In jedem Urteil schwingen eigene Projektionen mit.
Der Narr zeigt uns in aller Deutlichkeit, dass es nur ein Leben im „Hier und Jetzt“ gibt, alles andere sind Illusionen. Die Vergangenheit ist vorüber und die Zukunft gibt es noch nicht – und wenn Sie da ist, ist sie eben dieses „Hier und Jetzt“.


Der Narr ist der „Unschuldige“ das Kind, das unbekümmert und somit frei durchs Leben geht. Und sagen uns nicht viele Märchen, dass gerade der „Narr“ das Königreich bekommt?

 

 

Heute habe ich mich auf folgendes Gedankenexperiment eingelassen:

Was, wenn das, was du als dein »äußeres Leben« erfährst, deiner wahren inneren Absicht entspringt?

Was würde dies über dich aussagen?

Welche (eventuell bisher verborgenen) Vorteile hat deine bestehende Realität für dich?

Was, wenn es wirklich so ist?

 

Es ist deshalb nicht fair, das Leben für deine Unklarheit (Masken) verantwortlich zu machen.

 

Dazu passt gigantisch die Parabel von Kahil Gibran, aus seinem Buch „Der Narr“:

 

Ihr fragt mich, wie ich ein Narr wurde. Es geschah so: Eines Tages, lange bevor viele Götter geboren wurden, erwachte ich aus einem tiefen Schlaf und sah, dass alle meine Masken gestohlen worden waren - die sieben Masken, die ich sieben Leben lang gestaltet und getragen habe. Ich lief maskenlos durch die belebten Straßen und rief: »Diebe, Diebe, die verfluchten Diebe.«

 

Männer und Frauen lachten mich aus, und manche liefen in ihre Häuser, weil sie Angst vor mir hatten. Und als ich den Marktplatz erreichte, rief ein Junge von einem Hausdach herunter:

 

 »Er ist ein Narr.«

 

Ich hob den Kopf, um ihn zu sehen, und zum ersten Mal küsste die Sonne mein eigenes nacktes Gesicht und meine Seele entflammte in Liebe zur Sonne, und ich wollte meine Masken nicht mehr. Und wie verzückt rief ich aus:

 

»Gesegnet und gepriesen seien die Diebe, die meine Masken stahlen.«

 

So bin ich zum Narren geworden.

 

Und ich habe sowohl Freiheit als auch Sicherheit in meinem Wahnsinn gefunden; die Freiheit des Alleinseins und das Bewahrt sein vor dem Verstanden werden. Denn die, die uns verstehen, versklaven etwas in uns. Aber ich will nicht allzu stolz auf diese Sicherheit sein. Auch ein Dieb im Gefängnis ist sicher vor einem anderen Dieb.

 

01.0.2017

 

Wie wir Männer der neuen Zeit gesehen werden möchten.

Wir wollen nicht gehorsam, gezähmt und gut erzogen wirken.

Unsere Seelen wünschen sich Achtung und Ehrlichkeit,

Herzlichkeit und Vertrauen, Respekt und Zärtlichkeit,

Tiefe und Leichtigkeit, Geborgenheit und Offenheit.

Wir wollen keine falschen Versprechen.

Wir wollen uns nicht verbiegen um bei allen beliebt und um jeden Preis anerkannt werden.

 

Unsere Herzen wollen atemlos für den Moment sein in dem sie berührt werden.

Wir möchten vom Drahtseil herab seh'n auf diese Welt, ohne Angst auf dünnes Eis geh'n um zu sehen wie lang es hält.

Wir ehren den Platz in unseren Herzen, in dem das gesamte Universum residiert.

Wir ehren den Platz des Lichts, der Wahrheit, des Friedens und der Weisheit in uns.

Wir ehren den Platz zwischen uns Männer und euch Frauen an dem wertloses- wertvoll, unwichtiges- wichtig, unbegreifliches- begreiflich wird, weil an ihm Vertrauen,Hoffnung und die Liebe zu Hause sind.

 

Vergleichen und Bewerten hält uns davon ab, die Welt so zu sehen, wie sie ist.

(Foto: Blick von der Hütte Maria Magdalena (auf 1666 m im Gschnitztal in Östereich um 7 Uhr morgens am 08.07.2017)

 

Der Mann näherte sich einem Städtchen. Dort sah er ein Mädchen, das seine Staffelei auf dem Marktplatz aufgestellt hatte und malte. Er beobachtete das Mädchen aus einer gewissen Distanz. Bald fiel ihm auf, dass ein Herr in Anzug dem Mädchen über die Schulter linste. Immer näher kam jener Herr, ohne dass sich das Mädchen aus der Ruhe bringen ließ - selbst als er die Hände auf ihre Schulter legte. ,Lass mich arbeiten, Vater." Das Mädchen drehte sich um. ,Was malst du?" ,Die Stadtmauer, die Hängebuche und den Marktplatz.

 

Der Vater kniff die Augen zusammen und zog seinen Kopf zurück. .Aber das, was du malst, ist doch weder die Stadtmauer noch die Hängebuche noch der Marktplatz. So sehe ich es", sagte das Mädchen und drehte den Pinsel auf der Palette aus. Der Vater sah sich nochmals das Gemälde an und schüttelte den Kopf. Ich erkenne weder dass eine noch das andere. Du siehst die Dinge mit deinen Augen, und ich sehe sie mit meinen', antwortete das Mädchen und malte weiter. Der Vater machte ein paar Schritte quer über den Marktplatz, die Arme mit gefalteten Händen hinter dem Rücken, und steuerte wieder auf seine Tochter zu. Was du gestern gemalt hast, ist schöner.

 

Wenn du etwas siehst, was dir gefallt, heißt das nicht, dass es besser ist als etwas anderes', sagte das Mädchen. ,Es heißt nur, dass du es mehr magst als das andere. Wenn du das Bild von gestern schöner findest, bedeutet das nicht, dass irgendetwas speziell daran ist. Es sagt nichts über das Bild aus, sondern nur über dich. Der Vater beugte seinen Kopf vor. Er ließ nicht locker. Soll das die Hängebuche sein?" Er zeigte mit dem Finger auf einen grünen Fleck. .Ja." . Aber wenn das die Hängebuche sein soll, dann stimmen die Relationen nicht. Sie ist doch viel größer und ragt weit über die Stadtmauer hinaus. Ich nehme an, dieser graue Fleck hier" -er deutete wieder auf das Bild -, soll das die Stadtmauer sein. Das Mädchen schwieg. Warum malst du die Blumen, die entlang der Stadtmauer wachsen, so groß wie die Hängebuche? Wenn ich die Buche hervorhebe, treten die anderen Dinge, die auch schön sind, in den Hintergrund. So wie diese Blumen hier, sagte das Mädchen und grinste.

Stimmt, dachte der Mann, der noch immer in die Szene vertieft war. In Wahrheit gibt es weder den Vordergrund noch den Hintergrund. Dinge, die uns etwas bedeuten, stellen wir in den Vordergrund, und diejenigen, die uns zu diesem Zeitpunkt bedeutungslos er-scheinen, rücken wir in den Hintergrund. Es gibt nicht die Bedeutung, es gibt nur die Bewertung- und die ist abhängig vom Betrachter. Und es gibt den Vergleich, der uns daran hindert, das Besondere in jedem Ding für sich wahrzunehmen. Vergleichen und Bewerten hält uns davon ab, die Welt so zu sehen, wie sie ist. Nichts ist gut oder schlecht. Keine Sache der Welt hat jenseits unserer Bewertungen Eigenschaften.

 

Quelle: Clara Maria Bagus: Vom Mann, der auszog, um den Frühling zu suchen-eine Reise zur Leichtigkeit. Allegria, 2016

 

Blick vom Muttenjoch auf Maria Magdalena

07.05.2017

Muttertag

 

Als ich acht Jahre alt war, wollte ich meiner Mama ein Muttertags Geschenk machen. Ich wusste nicht was ich meiner Mutter schenken sollte. Aber ich hatte Angst sie zu enttäuschen, und der Tag steht vor der Tür und ich möchte nicht mit leeren Händen dastehen. Ich muss zugeben, ich war da schon überfordert. So ging ich in die Stadt und suchte für sie ein Geschenk. Es war schlimm für mich, denn ich hatte schon beim Suchen das Gefühl, dass es nicht das richtige für sie war.

 

Meine Mutter: „Am berühmten Muttertag wurde ich an diesem Tag von einem schrillen Signal geweckt. Ganz stolz hielt mein Sohn einen Ball in der Hand und warf ihn gegen die Wand. Im selben Moment verstummte der Wecker. „Alles Liebe zum Muttertag, Mama! Diesen coolen Wecker habe ich dir extra für dich in der Stadt gekauft.“ Also eine Hilfe, um dich morgens rechtzeitig für mich für die Schule zu wecken. Dieses tolle Geschenk durfte er selbst behalten. Ich hoffte, dass ich diesmal Endlich einen Strauß Pfingstrosen bekomme. Blumen sind doch simpel, aber ich freue mich immer darüber.“

Ich fühlte mich nicht geliebt. Was habe ich nur falsch gemacht. Ich habe nicht das richtige Geschenk für sie gekauft und wurde deswegen nicht geliebt. Natürlich liebte sie mich, aber mit meinen acht Jahren habe ich das nicht so gefühlt.

Es gab noch viele solche ähnliche Situationen in dem mich so fühlte in meinem Leben. Es ging weiter bei meinen Freunden, Familie und im Beruf. Ich musste immer alles 120 Prozentig machen, um sicher zu sein, dass ich geliebt werde.

Erst am Sterbebett meiner Mutter und durch einen Dankbaren Impuls einer lieben Freundin, wurde mir klar, dass das nichts mit mir zu tun hatte. Meine Mutter hatte viele Narben in ihrem Leben, aber ich wusste, sie liebte mich immer.

Deswegen liebe Mütter, alles was Eure Kinder euch zum Muttertag schenken, kommt von Herzen.

Werden, wer man noch sein kann

Aus dem Buchvon Rolf Arnold: Es ist später, als du denkst

Verlag: hep, Bern 2017

ISBN: 9783035507423

 

Je länger die Vita, auf die man zurückblickt, umso deutlicher zeichnet sich ab, dass das Leben einmal endet und die Zeit bis dahin überschaubar wird. Was noch voraus liegt, lässt sich immer besser an dem messen, was man bereits hinter sich hat.

 

Dieser Essay lädt dazu ein, sich mit den Möglichkeiten der Restbiografie zu befassen. Ob in der Mitte des Lebens oder darüber hinaus: Es geht um eine Verortung. Wer bin ich bisher gewesen? Wer kann ich noch werden? Und wie werde ich, wer ich sein kann, wenn wichtige Entscheidungen in meinem Leben schon gefallen sind?

 

Es ist nicht populär, mit dem eigenen Ende zu rechnen, und aufbauend auch nicht. Aber ein gutes Leben gelingt wohl eher, wenn man sich auf schwindende Optionen und Abschiede vorbereitet und einen Standpunkt findet, aktiv damit umzugehen. Es mag verlocken, in Glauben, Ideologie oder Esoterik zu flüchten – in die "seichteren Gewässer von Ontologien", wie Rolf Arnold schreibt, der als Pädagogikprofessor an der TU Kaiserslautern forscht.

 

Ontologie sei "verbunden mit einem Sprung aus der Vernunft, der alles dementiert, was uns überhaupt erst zu der Frage geführt hat, um deren Klärung es der restbiografischen Reflexion geht."

Man muss nicht mehr für alles zur Verfügung stehen

Der Autor erhebt nicht den Anspruch, letzte Fragen zu beantworten. Aber er regt dazu an, die verbleibende Biografie bewusster zu entwerfen. Ein mögliches Mittel hierfür sind die "Drei Siebe des Sokrates", anhand derer man entscheiden kann, ob man sich einer Sache (noch) annehmen möchte oder nicht.

Ist es wahr?

Ist es gut?

Ist es notwendig?

Wenn es keines von diesen ist, warum belasten wir uns damit?

Mit fortschreitendem Alter schwinden die Optionen. Türen, die bisher offen standen, schließen sich; Wegeinbiegungen, die man hätte nehmen können, ziehen vorbei. Der Umgang damit, so Arnold, "ist die Kernfrage der restbiografischen Reflexion".

Schwindende Optionen könnten nicht genutzt, sie müssten losgelassen werden. "An ihre Stelle sollten neue Bilder eines gelingenden Lebens treten, für die unserer Aufbruchgesellschaft allerdings die Vorlagen fehlen." Alternde Menschen verfügten oft weder über ein Modell noch über geeignetes Anschauungsmaterial für die eigene verbleibende Vita.

 

Dem Verlust der Optionen wohnt auch Schöpferisches inne, wie der Autor zeigt. Unsterblich könnten wir uns endlos neu erfinden oder ewig wiederholen, womit alle Festlegungen und Unwiederbringlichkeiten entgleiten würden. Es wäre dann nicht möglich, sich zu definieren. Schon der Philosoph Michel Eyquem de Montaigne (1533-1592) entzog der Illusion ewiger Jugend den Boden, indem er den Menschen zurief: "Dachtet ihr denn, ihr würdet nie da ankommen, worauf ihr beständig zugingt?" So gesehen, ist die Entwicklung einer eigenen Persönlichkeit nur um den Preis des Todes zu haben.

Wandern, ohne zu stöhnen (Am besten im Pfälzer Wald - Von mir)

Am Ende stellt Arnold vier Möglichkeiten für die Restbiografie vor: Spuren verwischen, eine achtsam beobachtende Position einnehmen, sich um das Lebendige bemühen, in den Unterschied gehen. Übungen und konfrontierende Fragen, die auf die verschiedenen Kapitel verteilt sind, sollen helfen, hierzu eine Haltung einzunehmen ("Kann ich lernen zu wandern, ohne zu stöhnen?").

 

"Es ist später, als du denkst" ist ein kluges Buch. Er reflektiert hier Denker wie Hegel, Bateson, Foucault und Fromm, stellt Betrachtungen über die galaktische Einsamkeit an, sinniert über Baum-Wald-Metaphern und versucht sich an sprachphilosophischen und kognitionstheoretischen Klärungen. Philosophie-Laien bleiben dabei auf der Strecke; sie müssen sich durch ein langes Tal kämpfen, bevor sie im letzten Kapitel wieder Anschluss bekommen.

 

"Jeder Mensch erfindet sich früher oder später eine Geschichte, die er für sein Leben hält", schrieb Max Frisch. Diese Geschichte zu einer gelungenen Lebensbewegung zu gestalten, dazu bestärkt das Werk.

04.02.2017

So verändert Wandern in der Natur Dein Gehirn

 

Letzte Woche war ich mal wieder seit langem auf der Kalmit. Spaziergänge mache ich schon täglich mit Bella, aber wirklich im Wald sein, ist eingeschlafen. Wahrscheinlich auch weil es Winter ist.

 

Es ist, wie der schottische Universalgelehrte John Muir schrieb:

„Der Friede in der Natur wird in dich fließen wie der Sonnenschein, der die Bäume nährt. Der Wind wird dich erfrischen, der Sturm dich mit Kraft erfüllen und alle deine Sorgen werden abfallen von dir, wie Herbstblätter.“

 

Inzwischen hat auch die Wissenschaft erforscht, wie heilsam Wandern für unseren Körper und unseren Geist und unsere Seele ist. Vor allem in einer Zeit, in der 50% aller Menschen in Städten leben (2050 sollen es sogar 70% sein).

Lifehack.org hat einige Studienergebnisse dazu zusammengetragen.

 

1. Wandern beruhigt den Geist und befreit von negativen Gedanken

Viele von uns werden von negativen Gedanken verfolgt, vom Tag bis in die Nacht. Die Folge: Stress, Ängste, Fress- und Saufanfälle, körperliche Symptome.

Forscher von der Uni Stanford untersuchten, ob Zeit in der Natur dieses dauernde Grübeln beeinflussen kann. In ihrer Studie teilten sie Personen mit diesem Problem in zwei Gruppen ein. Die eine sollte 90 Minuten lang durch die Stadt gehen, die andere lief genauso lange über Wiesen. Während das Laufen durch die Stadt nichts brachte, berichteten die durch die Natur Wandernden von deutlich verringertem Grübeln. Sie hatten weniger negative Gedanken. Im Hirnscan zeigten sich verminderte neuronale Aktivitäten in jenen Bereichen des Präfröntalen Cortex, die mit mentalen Erkrankungen in Verbindung stehen.

 

2. Wandern lässt uns Probleme kreativer lösen

Nachrichten, Mails, Social Media Updates, noch mehr Nachrichten, die meisten davon irgendwo zwischen nervig und deprimierend. Ununterbrochen wird unser Geist zugemüllt. Es ist, als hätte uns jemand zehntausend Nadeln in den Kopf gekippt und würde dann mit seiner Hand darin rumrühren.

Eine Studie von Ruth Ann Atchley und David L. Strayer hat gezeigt, wie viel besser und kreativer wir Probleme lösen können, wenn wir uns nicht mit dem Internet, sondern mit der Natur verbinden. Die Teilnehmer sollten vier Tage lang wandern gehen. Ein großer Rucksack mit Verpflegung war erlaubt, sämtliche technischen Geräte jedoch untersagt. In dieser Zeit sollten sie bestimmte schwierige Aufgaben lösen, die man ihnen mitgab. Die Wissenschaftler stellten hinterher fest, dass die Wanderer um 50 Prozent besser bei diesen Aufgaben abschlossen als die Kontrollgruppe.

Das gilt sicher auch für Probleme, die unser Leben betreffen (Was soll ich tun? Wie kann ich meine Ehe doch noch retten? Was sagt mein Herz?).

Smartphone, Computer sowie der Lärm und die Informationsvergewaltigung in der Stadt stören unsere Fähigkeit zur Konzentration und zum Ausüben kognitiver Funktionen – das moderne Leben überfordert und stresst unser Gehirn permanent. Beim Wandern kann sich unser Gehirn erholen, wieder frisch und leistungsfähig werden.

 

3. Wandern kann AD(H)S-Beschwerden lindern

Zappelphillips und Zappelphillipinas aufgepasst. Nur kurz, bitte. Dr. Frances E. Kuo und Dr. Andrea Faber Tylor fanden heraus, dass Aktivitäten im Freien hyperaktive Symptome lindern. In der Natur zu sein hilft jedem (auch Kindern), der mit Unaufmerksamkeit zu kämpfen hat oder seine Impulse schlecht kontrollieren kann. Das gilt auch für die Erwachsenen, die am Tisch laufend mit ihren Fingern spielen.

 

4. Wandern stärkt Körper und Geist

„Tu deinem Leib etwas Gutes, damit deine Seele Lust hat, darin zu wohnen“, sagte Teresa von Ávila. Körper und Geist hängen eben zusammen. Und Wandern ist eine hervorragende Übung.

Je nach Strecke verbrennen wir dabei 400 bis 700 Kalorien in der Stunde (man könnte also jede Stunde eine halbe Pizza auf dem Weg essen und sie gleichzeitig verbrennen). Und, wie inzwischen bekannt ist: Wer draußen sportelt, hat weitaus größere Chancen, diese Gewohnheiten dauerhaft beizubehalten.

 

Forscher von der University of British Columbia konnten nachweisen, wie Bewegung unsere Hirnzellen fit hält. Sie verbessert sowohl unser Merk- und Denkleistungen. Bewegung wie beim Wandern vergrößert sogar die Hirnmasse im Hippocampus – jener Hirnregion, die unter anderem für das Gedächtnis verantwortlich ist. Das kann dem Abbau der kognitiven Fähigkeiten im Alter entgegenwirken. Außerdem verringert es Stress, stärkt das Selbstwertgefühl und setzt Endorphine frei, die uns glücklich fühlen lassen.

 

5. Wandern wird immer häufiger von Ärzten verordnet

Mal was anderes als Pillen. Und weltweit immer häufiger von fortschrittlichen Ärzten verordnet, wie WebMD schreibt: Wandern als „Ökotherapie“. Die Kombination aus frischer Luft und Bewegung. Die beeindruckenden Wirkungen des Bewegens in der Natur bei Stress, Verspannungen, Ängsten und Depressionenn sprechen sich auch bei Schulmedizinern herum.

Ein Urlaub vom hektischen Alltag, darum geht’s beim Wandern. Zurück zu den Wurzeln. Wortwörtlich.

 

Ausserdem stärken 5 Minuten im Wald Dein Selbstwertgefühl

 

„Erst im Wald kam alles zur Ruhe in mir, meine Seele wurde ausgeglichen und voller Macht.“

Knut Hamsun

Eingepferchtes Leben in Wohnungen, Autos und Zügen, in Supermärkten, Bürotürmen, Nagelstudios, Fitnessstudios, Arztpraxen, Krankenhäusern, sogar noch im Tod, im Sarg. Alles hinter Wänden, Mauern, Blechen, alles widernatürlich und eng, als würde sich die Henne von selbst in die Legebatterie hocken, den ganzen Tag.

Eingepferchte Körper haben eingepferchte Gedanken und Gefühle.

 

Wenn ich auf der Stelle trete, feststecke im ewig gleichen Hirn-Karussell, dann drängt es mich raus, in die Freiheit. Am liebsten in einen Park oder Wald. Wie so viele Deutsche genieße ich das Grün, das Rauschen, das Zwitschern und wie die moderne Welt stiller wird, Schritt für Schritt. Last fällt von mir ab. Ich kann wieder durchatmen.

 

Denn die Bäume können nicht nur Kohlenstoffdioxid in Sauerstoff umwandeln, sondern auch Stress in inneren Frieden und Zweifel in Stärke und Einsamkeit in das Gefühl, verbunden zu sein.

Wie uns Zeit in der Natur stärkt

 

Die Natur ist heilsam – für Körper und Geist. Das haben auch Wissenschaftler bewiesen:

·      Renate Cervinka, Umweltpsychologin von der Universität Wien, und ihr Team zeigten, dass Spazierengehen im Wald das Herz ruhiger schlagen lässt, den Blutdruck senkt und die Muskeln entspannen lässt.

·      Dabei verschwinden Anspannungen, Stress und Erschöpfung. Außerdem erscheinen uns positive Gefühle und Gedanken größer und wichtiger als solche, die uns zermürben.

·      Die heilende Kraft von Bäumen hat der Gesundheitswissenschaftler Roger Ulrich schon 1984 beobachtet. Einer Studie zufolge heilen Wunden bei Patienten nach einer Gallenblasenoperation schneller, wenn sie einen Baum durch ihr Krankenhausfenster sehen.

·      Später konnte der Mediziner Qing Li nachweisen, dass in Waldgebieten lebende Menschen in Japan deutlich weniger häufig an Krebs sterben.  Der Umweltpsychologe Marc Berman von der University of Chigago hingegen glich die Baumdichte innerhalb Torontos ab mit den Gesundheitsdaten der Bewohner. Je mehr Bäume in einer Wohngegend stehen, desto niedriger das Risiko für Diabetes, Bluthochdruck und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Eine besonders beeindruckende Erkenntnis von Forschern um Jo Barton von der University of Essex:

Nur fünf Minuten in der Natur heben die Stimmung deutlich und erhöhen das Selbstwertgefühl. Am meisten bei jenen von uns, die ständig gestresst sind.

 

Die Zeit im Grünen festigt auch unsere Resilienz, lässt uns also besser mit Belastungen umgehen.

Das muss übrigens kein Wald sein, auch Berge, Seen, das Meer können uns diese Ruhe schenken. Introvertierte Menschen fühlen sich einer Studie von Forschern der University of Virginia durchschnittlich wohler in den Bergen als Extrovertierte, die sich an weiten Stränden besser erholen (die Berge erleichtern den geschützten Rückzug, die Weite kommt der inneren Offenheit mehr entgegen).

 

Warum uns Zeit in der Natur stärkt – Eine Erklärung

 

Es gibt verschiedene Theorien dazu, warum uns Spaziergänge so guttun. Die offensichtlichste ist: Natur ist natürlich, ist etwas, dessen Teil wir eigentlich sind und wo wir hingehören, auch wenn wir das häufig vergessen in unserem so oft unnatürlichen Leben.

 

Die Psychologen Rachel und Stephen Kaplan erklären die psychologischen Effekte des Waldes mit der „Attention Restoration Theory“. Nach ihr sind wir im städtischen Alltag ständig Reizen ausgesetzt und unser Gehirn muss den größten Teil dieser Reize abwehren, weil sie für unsere eigene Situation nicht entscheidend sind und uns sonst überfordern würden (die Sirene heult, aber es ist nur der Nachbar, der da abgeholt wird; die Werbeflächen schreien, aber wir brauchen gerade keinen lebensgroßen Deko-Plüsch-Sumoringer).

 

Jedenfalls kostet diese Reizabwehr eine Menge Kraft, ermüdet uns, macht uns fertig. In der Natur jedoch gibt es viel weniger Reize. Die Psyche darf sich erholen zwischen Vögeln und Blättern, Wolken und Bächen.

 

In der Stille können wir außerdem die Musik viel besser hören, die in uns spielt. „Wenn man in einen Wald eintritt, so ist es, als trete man in das Innere der Seele“, sagte Paul Claudel.

Ist ja klar, wo ich jetzt erst mal hingehe.

 

 

Gerade auch die Stille im Wald, ist viel wichtiger für Dein Gehirn als Du denkst

 

Die Welt schläft nie, die Kabel und die Satelliten schlafen nie. Alles wird immer lauter, immer greller, immer schneller.

 

Doch unser Gehirn ist dafür nicht gemacht, es stammt aus einer Zeit, als es noch Lagerfeuer gab und klare Sternenhimmel und echte Ruhe.

 

Das heutige Leben hingegen ist, als hätte uns jemand einen riesigen Trichter ins Gehirn gesteckt und würde pausenlos Tonnen an Tönen, Bildern, Daten, Anforderungen und Aufforderungen hineinkippen.

 

Es ist zu viel, viel zu viel. Die Folge: Uns kommt es zu den Ohren raus, wir sind gestresst, unkonzentriert, fahrig, erschöpft, werden krank.

 

Zum Glück gibt es ein Mittel, das gegen diese Überforderung hilft:

 

 

Die Stille

 

Wie wichtig und wie wirksam bereits ein paar Minuten Stille für uns sind, das bestätigt auch die Hirnforschung. Hier vier gute Gründe, uns ab heute ein bisschen mehr davon zu gönnen:

 

1. Stille befreit uns von Stress und Anspannung

LAUTE Geräusche lassen unseren Blutdruck ansteigen, erhöhen das Risiko für Herzinfarkte und beeinträchtigen unsere gesamte Gesundheit. Sie aktivieren die Amygdala im Gehirn, die daraufhin das Stresshormon Cortisol ausschüttet. Der Umweltpsychologe Dr. Craig Zimring hat diese Effekte 2004 auch auf Neugeborenen-Stationen im Krankenhaus wiedergefunden – je lauter, desto gestresster und kränker waren die Babys und desto schlechter schlafen sie.

 

Stille bewirkt das Gegenteil. Einer Studie aus 2006 nach können uns schon zwei Minuten Stille deutlich entspannen, den Blutdruck senken und den Blutfluss im Gehirn stimulieren – und das sogar mehr als jede Entspannungsmusik.

 

2. Stille füllt unsere mentalen Ressourcen wieder auf

So oft Reize auf unser Gehirn einströmen, so gut tut es ihm, wenn dieser Strom mal unterbrochen wird. Wenn es könnte würde es dann wohl Freudensprünge in seiner Suppe machen.

 

Die Reize ununterbrochen verarbeiten zu müssen, belastet den präfrontalen Kortex nämlich sehr, unsere Aufmerksamkeitsspanne leidet darunter, ebenso unsere Fähigkeit, komplexe Dinge zu durchdenken, Entscheidungen zu treffen und Probleme zu lösen. Je länger wir dem Gehirn keine Pause gönnen, desto müder und unmotivierter wird es und desto schneller lässt es sich ablenken.

 

Deshalb können Studien zufolge Kinder, deren Wohnräume oder Klassenzimmer in der Nähe von Autobahnen, Flughäfen oder Zugstrecken liegen, schlechter lesen, ihre ihre kognitiven und sprachlichen Fähigkeiten entwickeln sich langsamer.

 

Es ist ein bisschen wie beim Abholzen von Wäldern: Wenn man nur lange genug keine Pause macht, ist irgendwann alles totes Land.

 

Die gute Nachricht: Der Attention-Restoration-Theorie nach erholen sich unsere kognitiven Ressourcen dann, wenn wir in eine Umgebung eintreten, die uns mit weniger Reizen als üblich konfrontiert. Dann muss es weniger Informationen nach wichtig und unwichtig sortieren. Ein Spaziergang im Park, fünf Minuten in den Keller gehen und die Wand anstarren, was auch immer – Hauptsache, es ist weniger los als sonst.

 

3. In der Stille können wir besser und kreativer denken

Im Gehirn gibt es ein sogenanntes Default Mode Netzwerk („Ruhezustandsnetzwerk“ oder „Standardnetzwerk“) – eine Gruppe von Hirnregionen, die dann aktiv werden, wenn es gerade keine bestimmte Aufgabe zu lösen hat und nicht durch Reize wie Geräusche stimuliert wird. Etwa dann, wenn wir meditieren, fantasieren oder unsere Gedanken einfach schweifen lassen.

 

In diesem Modus können wir viel besser zugreifen auf unsere Emotionen und Erinnerungen, unsere Ideen und Gedanken. Reflektieren fällt uns leichter. Wir erkennen den Sinn – die Zusammenhänge in unserem Leben – eher und können uns besser in andere Menschen hineinfühlen. Kreativer sind wir dabei ebenfalls.

 

Es ist, wie der schottische Philosoph Thomas Carlyle schrieb: „In der Stille werden die wahrhaft großen Dinge geboren.“

Dafür müssen wir jedoch den Stecker ziehen und uns für eine Weile von den Ablenkungen frei machen.

 

4. In der Stille wächst das Gehirn

… und zwar wortwörtlich. Neue Hirnzellen entstehen (keine Angst, es wird nie so groß, dass es aus dem Schädel platzt).

2013 gab es eine Studie mit Mäusen, in der der Einfluss verschiedener Geräusche auf die Gehirne der Nager untersucht wurde: Umgebungsgeräusche, besonders hohe Geräusche, Hundejaulen sowie Stille. Eigentlich sollte die Stille nur als Unterscheidungsmerkmal der Kontrollgruppe dienen. Tatsächlich fanden die Forscher, dass zwei Stunden täglicher Stille neue Zellen im Hippocampus der Mäuse wachsen ließ, jener Hirnregion, die mit dem Lernen, dem Gedächtnis und Emotionen verknüpft ist. Die neuen Hirnzellen fanden zudem schnell Anschluss im Restgehirn und konnten Funktionen im System übernehmen.

Für mehr wohltuende Stille müssen wir zum Glück nicht nach Sibirien auswandern. Was es braucht ist nur die Entscheidung, uns ab und zu bewusst dem Lärm zu entziehen. Also: Pssssst!

Auszüge aus den Blogs von mymonk.de

31.12.2016

Am letzten Sonntag hat mich mein Kopf gefragt, ob ich schon weiß, was ich zu Silvester mache.

Ich schüttelte ihn.

"Das entscheidet sich bei mir immer spontan", sagte mein Herz zu ihm und ich dachte an meine letzte Silvesternacht, in der ich um Mitternacht mit einem Glas Sekt in meinem Garten stand und durch den dicken Nebel nichts sah.

Es war ein stiller Moment, eine Mischung aus Melancholie und Aufbruchstimmung, in dem man zurück und nach vorn blickt. Es war einer meiner besten Silvestermomente der letzten Jahre, vielleicht sogar der beste. Es war mir näher, als um zwölf von betrunkenen Fremden umarmt zu werden oder verängstigt auf Straßen zu stehen, die einem Kriegsschauplatz ähneln.

Ich überlegte, worüber ich wohl dieses Silvester nachdenken würde, wenn ich im Garten meines Hauses Bilanz über das letzte Jahr ziehen würde.

Aber dann fiel mir etwas auf. Etwas hatte sich geändert. Freunde, Bekannte und fremde Menschen gingen anders miteinander um. Nicht alle, aber zumindest so viele, dass es mir auffiel. Fremde waren freundlich und zuvorkommend zueinander, sie nickten sich zu, hielten einander die Tür auf und lächelten.

Ich begriff, was ich ja eigentlich weiß, allerdings viel zu oft vergesse, dass die Dinge in uns liegen. Sie sind alle da, wir müssen sie nur zum Vorschein bringen. Wir müssen sie anwenden. Das ist das Kleine, aus dem das Große entsteht. Das Kleine, das viel größer ist als wir denken und das Freundschaften und diese Welt zu einem besseren, lebenswerteren Ort macht.

Sie liegen in uns. Wir sollten sie nutzen. Im Großen wie im Kleinen. Also um Gottes Willen, achtet aufeinander. Das wir 2017 zu einem besseren Jahr machen.

Deswegen wünsche ich Euch, meinen Lieben, meinen Freunden und allen Menschen einen guten Start für 2017 – klar, sanft, kraftvoll, sichtbar und viel Licht zum Erblühen.

Das Bild entstand am 18.12.2016 zum Ausklang des tollen Jahres bei meinem Schwitzhüttenritual. Das Ritual in der Hütte beginnt mit der Einladung der Ahnen und Geister, deren unterstützende Energie zum Erfolg beiträgt. Dann folgen meistens vier Runden, jede Runde mit einem Thema, nach dem Lakota-Weg:

  1. Danken: Für alles, was mir widerfahren ist, was ich erlebt und gelernt habe.
  2. Bitten: Für mich und andere (vor allem um Energie, Ideen, Einsicht).
  3. Geben: Was ich verschenken möchte (Liebe, Wissen, Energie),
    aber auch was ich loslassen will (negative Gedanken, schlechte Gewohnheiten).
  4. Vision: In Stille für Eingebungen und Erkenntnisse offen sein.

Die Heldenreise geht weiter 11.11.2016

Jeder Mann kann seine eigene Heldenreise finden.

Aber ohne einen bewussten Partner, kämpft sich der Held nur müde. Doch da ist Lust auf Wachstum.

Der Held ruht in sich. Er kann im Bedarfsfall auf seine eigenen weiblichen Qualitäten zurückgreifen. Er kann für sich sorgen, wenn sich eine alte, emotionale Wunde meldet.

Er lauscht seiner Intuition, erlaubt sich Zartheit und Irrationalität, ohne dabei seine Souveränität zu verlieren. Gerade weil er weiß, wer er ist, lernt er auch gern von seiner Königin. Da er es nicht mehr nötig hat, sich und den anderen zu beweisen, was er für ein Hengohengst ist, beginnt er, seinen Eroberungsdrang und seine sexuelle Power sehr bewusst und mit Sinn einzusetzen. Er macht wahre Schönheit nicht primär an Jugend und prallen Titten fest, sondern beginnt, dass Wesen der Frau zu sehen. Erlöst von seinen Projektionen, beginnt er, sie zu ERKENNEN. Er ist nicht mehr so stark Verführungen ausgesetzt. Denn erstens ist er in sich selbst vollständiger und zweitens begreift er immer deutlicher, welches Geschenk die Frau an seiner Seite ihm macht, in dem sie die Königin mit ihm teilt.

Dafür danke ich den Königinnen - die in ihrer weiblichen Energie sind - und uns immer den richtigen Weg für unsere Heldenreise zeigen und begleiten.

Besonders Dankbar bin ich für die Königinnen - die in ihrer männlichen Energie leben - das sie uns Männern immer zeigen, dass wir auf der falschen Heldenreise sind.

Anbei 13 Wegweiser aus Campbells Buch „Der Heros in tausend Gestalten“. Diese 13 Wegweiser sind ein Grundgerüst. Nicht jedes Märchen, nicht jeder Roman, Kinofilm oder Heldenreise hat alle diese Elemente. Laut Campbell gibt es mehr Wegweiser, aber schon diese dreizehn sind schon schwer einzuhalten.

1. Der Ruf: Der Protagonist wird vor eine Aufgabe gestellt – entweder von außen (jemand bittet ihn, etwas zu tun, es tritt ein Ereignis ein, auf das er reagieren muss, …) oder aus innerem Antrieb heraus.

2. Weigerung: Oft zögert der Protagonist – schließlich müsste er die Sicherheit des gewohnten Terrains (den warmen Herd) verlassen.

3. Aufbruch: Er überwindet sein Zögern und macht sich auf die Reise; manchmal braucht es dazu einen mehr oder weniger sanften Schubs von außen. Erst wenn er sich auf den Weg macht, spricht man von Held.

4. Die erste Schwelle: Mit dem Aufbruch überschreitet der Held die Schwelle von der gewohnten Welt in die unbekannte Welt. Ein Zurück ist nun nicht mehr möglich.

5. Weg der Prüfungen: Es treten erste Hindernisse/Probleme auf; oft scheitert der Held erst einmal, geht aber weiter seinen Weg.

6. Mentoren/Übernatürliche Hilfe: Der Held trifft unerwartet auf einen oder mehrere Mentoren und erhält menschliche oder übernatürliche Unterstützung.

7. Schwere Prüfungen: Der Held wird mit weiteren Prüfungen konfrontiert, meist mit steigendem Schwierigkeitsgrad. Auch hier kann der Held Unterstützung durch Mentoren oder andere Personen erhalten.

8. Höchste Prüfung (z. B. Kampf mit dem Drachen): Diese erweist sich häufig als Kampf gegen die eigenen inneren Widerstände und Illusionen.

9. Elixier: Initiation und Transformation des Helden. Er besteht die höchste Prüfung und erhält eine Belohnung bzw. raubt einen Schatz (das Elixier, so Campbell), der die Welt des Alltags, aus der der Held aufgebrochen ist, retten kann. Dieser Schatz besteht meist in einer inneren Erfahrung, die durch einen Gegenstand symbolisiert wird.

10. Verweigerung der Rückkehr: Der Held zögert, in die Welt des Alltags zurückzukehren.

11. Verlassen der Unterwelt: Der Held wird durch innere Beweggründe oder äußeren Zwang zur Rückkehr bewegt.

12. Rückkehr/Zweite Schwelle: Der Held überschreitet die Schwelle und kehrt in die Welt zurück, aus der er ursprünglich aufgebrochen war. Dort stößt er häufig zunächst einmal auf Unglauben oder Unverständnis, und muss das auf der Heldenreise Errungene/Gelernte in das Alltagsleben integrieren.

13. Herr zweier Welten: Der Held vereint das Alltagsleben mit seinem neu erworbenen Wissen und lässt die Gesellschaft teilhaben.

Auf gehts, Held!

Frage an Dontella Versace: Was ist mit Männern und Schmuck?

„Habe ich jemals gesagt: Weniger ist mehr? Mein Nachnahme ist Versace, natürlich ist immer mehr. Ich finde es großartig, wenn ein Mann mit seinem Schmuck die Geschichte seines Lebens erzählt. Von all denen, die er geliebt hat, von den Abenteuern, die ihn zu dem gemacht haben, was er ist. So wie man es auch mit Tattoos macht.“

Perfekt, wenn man(n) beides hat!!!

23.10.2016

Viele schreiben in den Socialmedien, aber auch Zuhause, in der Firma oder bei Freunden, dass sich immer die anderen ändern müssten. Ob das der richtige Weg ist, weiß ich so nicht, aber ich weiß, dass ich mich erstmal bei mir anfangen muss. Los geht es:

Ich habe oft das Gefühl, da stimmt irgendetwas nicht! Ich trenne in Subjekt und Objekt, in Leben und Tod, in Äußeres und Inneres, in Verstand und Gefühl, in funktionieren und nicht funktionieren, in geliebt werde und gehasst werden, in Jammern und Glücklich sein, usw. Das ist eine Form der Trennungsregelung, die zur Folge hat, dass eine Erfahrung, die andere stört und bekämpft, dass das Leben, das ganz einfache Leben und Empfinden nicht mehr möglich ist.

Da muss ich mir immer das 4. Gesetz der Hermetik ins Gedächtnis rufen. „Alles ist zweifach; alles hat zwei Pole; alles hat zwei Gegensätze; gleich und ungleich ist dasselbe; Gegensätze sind ihrer Natur nach Identisch, nur im Grad verschieden. Das große vierte hermetische Prinzip der Polarität enthält die Wahrheit, dass alle Dinge zwei Seiten haben.

Dazu passt die Geschichte von Maria Stiefl-Cermak in

Ein Mann verirrt sich in der Wüste. Die Sonne brennt unbarmherzig, und er ist kurz vor dem Verdursten. Da sieht er von weitem eine Oase. Zuerst denkt er, es sei eine Fata Morgana, aber bald sieht und hört er alles ganz deutlich -  die Dattelpalmen, das Wasser. Er hört es sogar plätschern. Aber er denkt sich: „Mein Gott, das kann doch nicht sein. Wie ist das möglich, so mitten in der Wüste?“ Und er ist entsetzt darüber, dass die Natur so grausam ist und mit einem Verdurstenden solche Spielchen treibt.

Einige Tage später finden ihn zwei Beduinen tot auf. „Ist das zu begreifen?“, fragt der eine den anderen. „Fast wachsen ihm die Datteln in den Mund, er liegt direkt neben der Quelle und ist doch verdurstet und verhungert.“ Und der andere Beduine antwortet ihm: „Das ist gar nicht verwunderlich, er ist eben ein moderner Mensch, und ein moderner Mensch glaubt nicht, was seiner Meinung nach nicht sein kann.“

Sicher, tagelang war um diesen Menschen herum nur Wüste. Also konnte alles, was er sah und wahrnahm und anderes war als die Wüste, nicht sein. Er nahm an, es könne sich nur um eine Luftspiegelung handeln. So ähnlich gehen viele Menschen durch ihr Leben. Sie verdursten neben der Quelle, die mitten in der Oase ihres Lebens sprudelt. Sie trinken nicht, weil hier doch gar keine Quelle sein kann!“

Der Philosoph Ken Wilber nennt es „etwas wahrnehmen, ohne es wahr zu nehmen“: „Wir heutigen Menschen spalten unsere Wahrnehmung, unser Gewahrwerden in Abteilungen auf: in Subjekt und Objekt, in Leben und Tod, in Äußeres und Inneres, in Verstand und Gefühl. Das ist eine Form der Trennungsregelung, die zur Folge hat, dass eine Erfahrung, die andere stört und bekämpft, dass das Leben, das ganz einfache Leben und Empfinden nicht mehr möglich ist. „Nur so ist es zu erklären und zu verstehen, dass auch wird heute manchmal neben der Quelle verdursten.

Ich werde in solchen Situationen einfach mal einen Schritt nach oben gehen, geht natürlich auch im Pfälzer Wald, und betrachte die zwei Gegensätze, die nur im Grade verschieden sind. Dann habe ich immer zwei Möglichkeiten. Erstens, ich habe eine versöhnliche Erkenntnis zwischen den beiden Polen, oder die zweite Möglichkeit, ich drehe mich herum und gehe weiter.

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15.10.2016

Ich werde immer gefragt, wie kann ich das Richtige erkennen?

Will man herausfinden, wie wir genau erkennen, stößt man jedoch auf unüberwindliche Hürden. Wir können die Bedingungen, die auf die Erkenntnis einwirken, nicht gänzlich hinter uns lassen, so wie wir mit der rechten Hand nicht die rechte Hand ergreifen können. Es ist einfach unmöglich das Richtige bei sich und den anderen zu finden, denn sonst geht es uns wie den vier Blinden, die unabhängig voneinander einen Elefanten beschreiben wollen. Der ein hat einen Fuß in der Hand, der andere den Kopf, ein weiterer den Rüssel und der vierte den Bauch, und jeder schließt von seiner Sichtweise auf den ganzen Elefanten.

Dies ist gerade im Umgang mit anderen Menschen zu berücksichtigen. Das Internet wirkt dabei multiplikatorisch, denn in den Tiefen der virtuellen Kommunikationswelten bleibt nichts mehr verborgen. Jeder und jedes kann zu jedem Zeitpunkt an jedem Ort in Sekundenschnelle abgerufen werden.

Humanität und Innerlichkeit müssen zwangsläufig auf der Strecke bleiben, wenn wir nicht mehr erkennen was das Richtige für uns ist. Wir orientieren uns an den „Blinden“, verlieren uns dabei selbst und hören nicht mehr, was von innen kommt, denn die meisten wollen keine Stille mehr, denn die Stille wird zur Zeitverschwendung.

Das alles führt zu einer oberflächlichen und floskelhaften Kommunikation. Die Folgen sind fragmentarisierte Beziehungen, innere Leere und Langeweile. In diesem Spannungsfeld, in dem gleichzeitig Hektik und Inaktivität zunehmen, vermindert sich die Resonanzfähigkeit, also auch die Schwingung mit sich selbst. Dadurch geht allmählich das Gefühl für die eigene Wesensnatur verloren. Ein Mensch, der dauerhaft sein „Inneres“ vernachlässigt und sein Entfaltungspotenzial zurückstellt, erkrankt durch sich selbst.

Um das Richtige "Innerer" zu erkennen, helfen Dir meine Meditationskurse und das Achtsamkeitswandern im Pfälzer Wald (Bei Bedarf auch mit einem Muskateller). Einfach per Mail oder Telefon melden und „Erkennen“ wieder lernen.

Impulse aus dem Buch: Vom Ego zum Selbst von Sylvester Walch

Noch nicht perfekt, aber ich arbeite daran.

31.07.2016

Richtig begeistert lese ich gerade den Artikel von Ulrike Schuster (17-fache Boxweltmeisterin) – Muss ich mich erst schlagen, um im Job Erfolg zu haben?

Hier ein kleiner Auszug und mit meinen Erfahrungen ergänzt. Das, was mich an diesem Artikel am meisten fasziniert und mich gedanklich beschäftigt: Die Notwendigkeit von Zielstrebigkeit und Disziplin in Niederlagen. Was hat Boxen denn mit dem Job zu tun: Die Spielregeln sind die gleichen: Man hat ein Ziel, einen Plan. Man muss vorbereitet sein und sich präsentieren. Gerade dann, wenn andere hinschmeißen, lohnt es sich, weiterzumachen und sich durchzubeißen.

Ich kenne viele Menschen die fühlen sich überfordert, gemobbt und lustlos auf der Arbeit. Jammern den ganzen Tag wie schlimm doch alles ist und gehen in die Flucht des Arbeitsplatzes. Aber keiner will in die Anstrengung sich durchzubeißen.

Wenn ein Mensch etwas anders macht als bisher, mal ausbricht aus den alten Mustern, dann verändert sich auch das System drum herum. Und es müssen mal wieder nicht die riesengroßen Veränderungen sein. Nein, es sind die kleinen, die oftmals den Unterschied machen.

Disziplin ist notwendig. Wer streng mit sich und achtsam gegenüber dem Gegner ist, kann im Ring überleben und im Job weit kommen.

Das klingt jetzt wie Arbeit im Wettkampf: Kollegen werden zu Konkurrenten, wenn es nur einen Pokal zu verteilen gibt: den Traumposten, die Beförderung, das Super-Projekt. Wer darum mitspielen will, muss besser sein als die anderen, sich stärker reinhängen, mehr Opfer bringen. Wer nicht aufpasst und dranbleibt, wird untergehen. Aber, wer sich immer neue Ziele steckt und hochfliegen will, taugt nicht zum Opfer. Ich will damit nicht schreiben, der sich als Opfer fühlt, hat keine Ziele – Stimmt nicht, das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Das Zauberwort dafür heißt „genießbare Dominanz auszustrahlen“.

Wie geht das? Indem man Lust hat am Besserwerden und sich immer wieder sagt: „Ich schaffe das!“. Zu viele zweifeln in Dauerschleifen.

Was, wenn ich nicht Schneller, Höher, Weiter nicht will? Wenn mir der Status Quo gefällt und ich mich in meiner Komfortzone sehr wohl fühle? Vollkommen in Ordnung. Bloß, nur die, die nie ganz zufrieden sind und die nach neuem streben, entwickeln sich weiter und wachsen. Überleg du doch auch mal: Was könntest du heut mal oder vielleicht auch dauerhaft anders machen als sonst? Etwas, das dir guttut und leicht in den Alltag integrierbar ist. Kleine Veränderungen können große Kreise ziehen. Wir müssen nur anfangen. Das kann bei der Arbeit sein – nicht alles auf der Appellebene zu hören. Die selbstgemachten Involtinis zu verfeinern. Beim Sport auch mal über den Schmerz zu gehen. Auch diesen Block zu schreiben, ist für mich nicht normal, denn ich könnte auch auf der Coach oder noch im Bett liegen.

Aber aufpassen, dabei ein mieser Typ zu sein, ist keine Option. Morgens muss man sich im Spiegel aushalten und danach aufrecht gehen zu können. Die Kollegen reinlegen oder leiden lassen, geht gar nicht. Nur Fair Play macht stolz. Nicht nachtreten, wenn mein Gegner am Boden liegt.

Die Gefahr besteht natürlich immer, dass man selbst am Boden liegt. Aber am Boden liegen zu bleiben, macht depressiv. Besser man steht auf, richtet die Krone und macht einfach weiter.

Verlieren macht einfach stark. Veit Lindau würde es Schattenarbeit nennen, und Robert Betz nennt es die Arschengel. Das Problem dabei ist, man muss sich mit sich selbst auseinandersetzen. Was man dabei sieht, oder nicht sehen will, macht allen keinen Spaß: Fehler analysieren, Ziele neu aufstellen, stärker zurückkommen. Das gibt Rückgrat.

Zum Schluss die zwei wichtigsten Sätze aus meinem Block:

„Wer sich immer neue Ziele steckt und hochfliegen will, taugt nicht zum Opfer“

„Wer sich selbst zu wichtig nimmt, verkrampft und zerbricht unter dem Druck zu liefern.“

Dazu passt auch mein Foto von der Saarschleife getreu nach dem Buch von Paulo Coelho: Sei wie ein Fluss, der still die Nacht durchströmt.

07.07.2016

 

Als ich jung war und suchte, wollte ich die Gesellschaft verändern.
Als ich älter wurde und suchte, wollte ich die Menschen verändern.
Als ich reifer wurde und suchte, wollte ich mich selbst verändern.
Als ich gereift war und nicht mehr suchte, wollte ich nichts mehr verändern…
… und das veränderte alles.

Früher sehnte ich mich nach mehr Sichtbarkeit.

Aber: Je mehr Menschen mich sahen, desto mehr Menschen hatten eine Meinung über mich.

Da brauchte ich einen gesunden, abgeklärten Umgang mit Kritik – was für mich nicht immer einfach war.

Ich habe alles weggelassen, was ihnen nicht gefallen hat. Irgendwann konnte ich mich gar nicht mehr bewegen

 

Dazu passt das Gedicht von Ulrich Schaffer - Ein neues Herz

Die Welt braucht Menschen der Weite,
die sich nicht fangen lassen
von engen religiösen Vorstellungen,
von Meinungen, die eine alte Welt darstellen,
an der wir als Menschheit zerbrechen,
von Handlungen die immer noch
von dem Zahn-um-Zahn getrieben sind,
von Praktiken, die bereit sind,
Menschen für Ideologien zu opfern.

Diese Weite steckt in uns,
wenn wir das loslassen, was uns klein macht.
In einem jeden von uns wohnt ein Mensch,
der umfassend liebt, der sich sorgt,
der weitersehen kann als seine Erziehung.
Darf er zu Wort kommen,
darf er mitreden bei wichtigen Entscheidungen,
darf er seinen Beitrag zur Welt leisten?

So wie wir von Jahr zu Jahr anders werden,
so hat sich auch die Welt verändert.
Unsere alten Vorstellungen reichen nicht mehr aus,
die veränderte Welt zu erfassen.
Wir brauchen neue Bilder, neue Inhalte,
neue Vorstellungen, neue Praktiken.
Ein neues Herz.

25.06.2016

"Wünsch dir was vom Universum." Guten Morgen!

 

Wolfen: die Zeit ist reif für ein anderes Spiel….

Ich habe mich mal wieder dabei ertappt, dass ich allen Ernstes glaubte, wir lebten in einem Wunscherfüllungsuniversum.

 

Fast, ja fast überall – Freunde, Firma, Familie, usw -  haben wir gerade das Gefühl das es von Vertrauen zu Misstrauen, von Wir zu Ich, von Fülle zu Mangeldenken, von Kooperation zu Kampf, von Miteinander zu Gegeneinander geht.


Falls du dich auch selbst gerade mitten in so einer kindlichen Wunschphase befindest: Genieße sie, solange sie dir Freude bereitet und Zuversicht schenkt.
Wenn du für die Entzauberung bereit bist, schau dir die Strategie nochmal nüchterner an. Wie grenzenlos naiv und narzisstisch ist es, zu glauben, ein hochkomplexes Universum wie das unsrige hätte nichts anderes zu tun, als all seine Wirkungen und Abläufe über Nacht meinem Wunsch anzupassen?


Wünsche wirken, weil sie dein Bewusstsein dafür sensibilisieren, mehr an die Erfüllung zu glauben und so bewusster die Gelegenheiten wahrzunehmen, die mich dahin bringen können.
Ich sollte mir folgendes immer klarmachen: Das Universum hat seinen Job bereits getan. Es ist da, mit all seinen Möglichkeiten.

 

Wie kann ich denn zukünftig mit dieser Enttäuschung umgehen?

Jetzt sitze ich also bei meiner Enttäuschung. Und auch dem Ärger und der Wut, die mit der Enttäuschung in mir hochkamen. Doch dann sprach ich mit meinem Trainer, Familie, Freunde und Arbeitskollegen. Und je mehr ich darüber sprach, desto bewusster wurde mir, wie wichtig es ist, darüber nachzudenken, wie es zu dieser Enttäuschung kam. Mir wurde deutlich, dass ich eben durch meine eigenen Erwartungen selbst einen Anteil daran hatte, dass diese Enttäuschung bei mir entstand. Und dass ich jetzt aber die Chance habe, aus dieser Situation etwas für mich zu lernen. So dass ich beim nächsten Mal vielleicht weniger enttäuscht sein werde, und meine kindlichen Wunschphase ändern kann.

 

Schlussendlich haben mir bei dieser Selbstreflexion fünf Fragen weitergeholfen. Und damit du eine Ahnung hast, was genau das bei mir bewirkt hat, hier mal gleich meine Antworten auf die Fragen:

  1. Was war meine Erwartung?
    Meine Erwartung war, dass die Menschen so emphatisch sind, dass sie meine Erwartungen (Wünsche) erahnen sollten.

 

  1. War diese Erwartung vielleicht zu hoch? Woran kann das gelegen haben?
    Als erstes hat auch ein empathischer Mensch keine hellseherischen Fähigkeiten. Zweitens habe ich insgesamt das Gefühl, dass Verbindlichkeit bei vielen (nicht bei allen!!) Menschen weniger wichtig werden. Das merke ich auch in anderen Situationen im Leben. Das hätte ich hier vielleicht schon erahnen können.

 

  1. Was habe ich dazu beigetragen, dass diese Erwartung nicht erfüllt wurde?
    Es ist ja nicht das erste Mal, dass ich auf dieser Art meine Wünsche abgeben wollte. Und ich einfach keine klare Kommunikation betrieben habe.

 

  1. Was kann ich beim nächsten Mal anders machen?
    Entweder mache ich ganz klare Aussagen mit ganz klaren Erwartungen.
    Oder, ich überdenke meinen Wunsch, meine Erwartungen und genieße, dass was passiert.

 

 

  1. Gibt es Ausnahmen? Oder war das vielleicht schon mal anders? Wann ist es schon mal gelungen?
    Ja, es gab auch Ausnahmen. Manchmal erfüllen sich die Wünsche von ganz alleine, ohne dass wir jemand dafür bestrafen müssen, weil die Wünsche nicht zu dem Zeitpunkt bei mir angekommen sind.

 

Je mehr mir durch diese Fragen deutlich wurde, was ich selbst dazu beigetragen habe, dass es zu der Enttäuschung kam, desto ruhiger konnte ich wieder werden. Die Enttäuschung war zwar immer noch da und ich bin auch immer noch entsetzt, dass so viele Menschen nicht meine Erwartungen erfüllten. Aber ich habe gelernt, dass ich in Zukunft anders an die Sache herangehen werde. Weniger Erwartungen an andere stellen und dafür klarer in der Kommunikation werden, was ich selbst geben will und was nicht.

 

Vielleicht fällt dir selbst ja auch gerade spontan eine Situation ein, in der du sehr enttäuscht wurdest. Dann kann es dir helfen, dir auch nachträglich ruhig noch mal diese Fragen von oben zu stellen. Oder vielleicht fallen dir selbst noch andere passende Fragen ein. Dann kannst du dadurch ein anderes Bild von der Situation bekommen und erkennen, was du selbst beim nächsten Mal anders machen kannst. Um dich selbst vor negativen Gefühlen zu schützen und stattdessen mehr von dem zu bekommen, was realistisch zu erwarten und gut für dich ist.

 

Wolfen hilft dir, das der große und dringend notwendige Wandel von Misstrauen zu Vertrauen, von Ich zu Wir, von Mangeldenken zu Fülle, von Kampf zu Kooperation, von Gegeneinander zu Miteinander in dir zu ändern. Nur du selbst kannst es in dir ändern, und du änderst dadurch die Welt. Achja, dein Ego aus der kindlichen Wunschphase sagt ja nein – gib ihm einfach Raum und Zeit sich da anzupassen.

 

Bring dich proaktiv ein, die Welt zu einem besseren Ort zu machen
und dabei großartig leben und verdienen zu können. Euer Wolf

18.06.2016

Probleme sind Geschenke.

Sie sollten aber nicht dein Leben bestimmen!


Das Leben will Dich besser machen und Dich voranbringen, deswegen schickt es Dir ein Problem. Überlege, wie Du daran wachsen kannst und welche Lektion das Leben dir damit erteilen möchte.

Die Erfahrung, dabei zuschauen zu dürfen, wie sich dabei das natürliche von dir einfach durch Ehrlichkeit und Präsenz immer deutlicher offenbart, ist eines der größten Geschenke deiner Arbeit mit dir.

Jedes Mal, wenn sich dann die Dinge ändern, bedeutet es, dass auch du dich ein Stück änderst, zurücklässt, was du einst warst und annimmst, was du sein kannst.

13.06.2016

 

Der Text ist ein Geschenk an mich, von einer lieben Ausbildungskollegin - Danke Iris

SELBSTLIEBE

ein Gedicht von Charlie Chaplin, vorgetragen an seinem 70. Geburtstag am 16. April 1956

Als ich begann mich selbst zu lieben, erkannte ich, dass Schmerz und emotionales Leid nur Warnzeichen dafür sind, dass ich dabei war gegen meine eigene Wahrheit zu leben. Heute weiß ich, das ist Authentizität.

Als ich begann mich selbst zu lieben, habe ich verstanden, wie sehr es jemanden verletzen kann, wenn ich versuche ihm meine Wünsche aufzuzwingen, obwohl ich wusste, dass es nicht der richtige Zeitpunkt war und die Person nicht bereit dafür war, obgleich ich selbst diese Person war.
Heute nenne ich es
Selbstachtung.

Als ich begann mich selbst zu lieben, habe ich aufgehört, nach einem anderen Leben zu verlangen, und konnte sehen, dass alles, was mich umgab, mich einlud zu wachsen.
Heute nenne ich es
Reife.

Als ich begann mich selbst zu lieben, habe ich verstanden, dass ich in jeder Lebenslage, zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin und alles geschieht im absolut richtigen Moment. Also konnte ich ruhig sein. Heute nenne ich es Selbstvertrauen.

Als ich begann mich selbst zu lieben, hörte ich auf, mir meine eigene Zeit zu stehlen und ich hörte auf, riesige Projekte für die Zukunft zu entwerfen.  Heute mache ich nur das, was mir Wonne und Freude bereitet; Dinge, die ich liebe und die mein Herz zum Lachen bringen. Und ich tue sie auf meine eigene Art und Weise und in meinem eigenen Rhythmus. Heute nenne ich es Einfachheit.

Als ich begann mich selbst zu lieben, befreite ich mich von allem, was nicht gut für meine Gesundheit ist,  von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen und von allem, das mich hinunter zog und weg von mir selbst. Anfangs nannte ich diese Haltung gesunden Egoismus. Heute weiß ich, es ist Selbstliebe.

Als ich begann mich selbst zu lieben, hörte ich auf, zu versuchen immer recht zu haben, und seit dem habe ich mich weniger geirrt. Heute habe ich entdeckt, das ist Bescheidenheit.

Als ich begann mich selbst zu lieben, weigerte ich mich weiter in der Vergangenheit zu leben und mich um die Zukunft zu sorgen. Jetzt lebe ich nur für den gegenwärtigen Moment, in dem alles geschieht. Heute lebe ich jeden einzelnen Tag, Tag um Tag, und ich nenne es Erfüllung.

Als ich begann mich selbst zu lieben, da erkannte ich, dass mich mein Verstand durcheinanderbringen und krank machen kann. Aber als ich ihn mit meinem Herzen verband, wurde mein Verstand zu einem wertvollen Verbündeten.
Heute nenne ich diese Verbindung
Weisheit des Herzens.

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen, Konflikten oder irgendwelcher Art Probleme mit uns selbst oder anderen zu fürchten. Sogar Sterne kollidieren und aus ihrem Zusammenprall werden neue Welten geboren.

Heute weiß ich: Das ist das Leben!

05.06.2016

„Geht´s wieder?“, frage ich meinen Kopf, nachdem ich doch gestern Abend 2 Flaschen Merlot getrunken habe.

„Wird schon besser“, sagte mein Kopf, gleich sage ich dir wieder was du wieder zu tun hast, liebes Herz.“

„Ruhe dich nur aus, solange du möchtest“, sagte ich. „Danke, geht schon“, sagte mein Kopf. „Ich will bloß eine Stunde bei dir sein und mich ein wenig ausruhen. Du bist sehr nett, Herz.“

So deprimiert habe ich meinen Kopf noch nicht erlebt, als hätte man ihm den Sinn des Lebens unter der Seele weggezogen. Er sah todmüde aus. Irgendwie erinnerte er mich an andere Köpfe auf meiner Arbeit oder bei Freunden. „Willst du reden?“, frage ich. „Nein danke“ sagte der Kopf, „ich bin froh, wenn ich einmal nicht die Verantwortung für dich übernehmen muss.“

„Was machst Du da?“ fragte der Kopf.

„Syrische Pizza“, sagte ich, „falls mich das Internet nicht angelogen hat. Das riecht fantastisch. Kann ich dir dabei helfen?“. „Das würde mich freuen“ , sagte ich zu meinem Kopf.

Was da gerade duftet, sind Pinienkerne, die ich auf dem Backblech röste, während sich der Ofen auf 200 Grad aufwärmt. Eine Hand voll Pinienkerne reicht völlig, ich hole sie gleich wieder raus. Dann hacke ich eine Zwiebel und zwei Zehen Knoblauch und brate sie zwei Minuten lang in Olivenöl an. Danach kommen 200g Lammhack mit je einer Prise Kreuzkümmel und Zimt dazu. Das muss ich ungefähr zehn Minuten lang braten, bis die Flüssigkeit raus ist. Das Hack kommt in eine Schüssel, ich lasse es da abkühlen, gebe Pinienkerne, Salz und Pfeffer dazu. Und dann streiche ich das auf zwei so dünne Fladenbrote vom Türken und arbeite es mit einem Nudelholz ins Brot ein, ich könnte auch eine Flasche Merlot nehmen, wenn ich kein Nudelholz hätte. Dann sieben Minuten fertig backen, mit einem Schuss Zitronensaft beträufeln und mit den paar Petersilienblättern und einer Prise Rosenpaprika bestreuen. Ich bin schon gespannt.

„Syrien, jetzt bin ich wieder wach liebes Herz. Und du hast keine Angst was da gerade draußen passiert?“, fragte der Kopf.

„Doch, sagte ich, ständig, vor allen Möglichen. So verrückt, wie die Welt geworden ist, habe ich eigentlich ununterbrochen Angst. Man muss vor der Welt ja auch schon Angst haben, wenn Sie normal ist?“ „Und was machst du dagegen?“ „Nichts“, sagte ich. „So leben in Liebe, als hätte ich keine Angst. Wenn ich so leben müsste, wie du es als von mir willst, würde ich sofort jemand werden, den ich verachten müsste. Außerdem möchte ich meine Töchter gerne im Glauben lassen, dass die Welt toll ist. Selbst wenn ich weiß, dass sie es meistens ganz und gar nicht ist.“

„Ich muss jetzt wieder gehen“, sagte der Kopf. „Aber lasse uns doch zukünftig mehr zusammen kochen, und mehr zusammenarbeiten!“ sagte der Kopf.

Wenn wir zusammenarbeiten, und ich nicht immer alle Entscheidungen treffe, ohne dir ein Mitspracherecht zu gewähren, werden diese Entscheidungen, früher oder später, andere Herzen brechen.

Und wenn liebes Herz immer nur Entscheidungen triffst, ohne mir Mitspracherecht
einzuräumen, werden diese Entscheidungen, früher oder später, dich brechen.

Unsere Entscheidungen, die sowohl Warmherzigkeit als auch Durchsetzungsvermögen beinhalten, können wir nur treffen, wenn wir beide zulassen, dass du und ich stets zusammenarbeiten.

„Schön, dann sind wir beide in der Freiheit und Selbstbestimmung. Es entsteht dabei ein Moment der Gnade und es wird alles heilen!“ sagte ich zu MEINEM Kopf.

02.06.2016

Ich lasse mir von niemanden etwas vorschreiben. Auch nicht von Gott persönlich.

 

Jemand hatte mir Klamotten hingelegt, die passten. Die Jeans hingen nicht mehr auf halb acht. Das T-Shirt modellierte meinen Torso. Meine Zähne blendeten den Spiegel. Die Haare waren alle wieder auf meinem Kopf und nirgendwo sonst.

Was soll das“, schrie ich.

„Ich habe ein Update gemacht“, sagte Gott, „das ging nicht mehr so weiter mit dir.“

„Ich mochte es“, sagte ich, „gib mir meine Wampe zurück. Und ich mag wieder Brustpelz haben.“

„Die Währung der Gegenwart ist Aufmerksamkeit“, sagte Gott, und bei dir hat jeder weggesehen.“

„Ich fühle mich wohl, wenn ich in Ruhe gelassen werde“, sagte ich. „Übersehen zu werden ist ein Menschenrecht. Der Welt ginge es viel besser, wenn die Leute aneinander nicht ständig wahrnehmen würden, das sie das Falsche glauben, falschen Sex haben oder das Falsche essen. Nicht immer mir irgendwelche Geschichten erzählen, die ich nicht wissen will oder ohne Belang sind, oder sich im privaten und beruflichen die Fehler der Anderen suchen um Aufmerksamkeit zu erzeugen.“

„Du musst aus dir eine Marke machen“, sagte Gott. „Du musst dir Likes besorgen, für etwas stehen.“

„Ich mag meinen eigenen Stiefel machen“, sagte ich. „Das ist schwer genug, aber es macht mich glücklich. Ich habe eine Frau und zwei Töchter die mich lieben. Niemand interessiert sich für meinen Style, meine Moral oder dafür, was ich trage und wie ich aussehe.“

„Das ändert sich jetzt“, sagte Gott. „Fleisch wird auch gestrichen. Ich habe deinen Kühlschrank so umprogrammiert, dass nur noch grüne Smoothies drin sind.. In zwei Wochen hast du dich daran gewöhnt.“

„Hau ab“, sagte ich.

„Ich kann auch anders, wenn ich meinen Willen nicht bekomme“, sagte Gott.

„Untersteh dich“, sagte ich.

„Dann hör gut zu“, sagte Gott, „zum Abendessen gibt es nur noch Salat.“

„Klingt super“, sagte ich, „aber das kann ich auch essen, ohne mich zu verändern. Und hinterher ein Fleischkäsebrötchen.“

„Daraus wird nichts mein Freund. Ich hab dir aufs Handy geschickt, was an deinem ersten Tag nach dem Update ansteht. Bis mittags schreibst du einen fulminanten Essay. Thema: Warum Gottvertrauen hip ist. Danach Facebook-Pflege. Meeting mit Investoren für dein Start-up, Geschäftsmodell offen. Vielleicht lasse ich auf deinem Heimweg eine Schauspielerin in dich rennen, und ihr unterhaltet euch angeregt, damit die „Bildzeitung“ fragen kann, ob da etwas läuft.“

„Lässt du bitte meine Kinder und Frau in Ruhe?“ sagte ich.

„Es wird nicht ausbleiben, dass sie dich in Ruhe lassen“, sagte Gott, „sie erkennen dich ja nicht wieder. Aber wenn du willst, update ich die drei auch. Deine Töchter könnten Cello spielen. Die Frau bekommt einen neuen Hintern. Ich bin super im Hintern machen, frag Kim.“

„Der Hintern meiner Frau ist perfekt“, schrie ich.

„Was ist los?“, fragte die Frau.

„Komischer Traum“, sagte ich, „Gott hat mich in einen Zombie verwandelt und mir gesagt ich soll Abends nur noch Salat essen.“

„Klingt gut“, sagte die Frau, „will ich auch haben.“

23.05.2016

 

Die Königin

 

Ich bin ich….eine Liebende …

die Kriegerin die sich kampflos der Liebe ergibt …
die Magierin die sich verzaubern lässt …
die Rebellin die sich in liebende Arme fallen lässt …...
die Wilde die sanftmütig gibt und empfängt ……
die Sanftmütige die ihrer Wildheit freien Lauf lässt …
die liebevolle die energisch ihrem Weg folgt …
die Wissende die sich von der Liebe belehren lässt …
vielleicht bin ich nichts und doch bin ich alles.

Doch was ich für dich bin, hängt davon ab was deine Seele in mir sieht, ob Du das in mir siehst und liebst was ich bin, oder nur das was du suchst.
Ich bin nichts was Du nicht schon bist, und dennoch wachse ich hin zu allem, was wir noch sein können….

 

Der Krieger

 

Ich bin ich….eine Liebender …

der Krieger der sich kampflos der Liebe ergibt …
der Magier der sich verzaubern lässt …
der Rebell der sich in liebende Arme fallen lässt …...
der Wilde der sanftmütig gibt und empfängt ……
der Sanftmütige der seiner Wildheit freien Lauf lässt …
der liebevolle der energisch seinen Weg folgt …
der Wissende der sich von der Liebe belehren lässt …
vielleicht bin ich nichts und doch bin ich alles.

Doch was ich für dich bin, hängt davon ab was deine Seele in mir sieht, ob Du das in mir siehst und liebst was ich bin, oder nur das was du suchst.
Ich bin nichts was Du nicht schon bist, und dennoch wachse ich hin zu allem, was wir noch sein können….

 

Und wer sich nicht bewegt, spürt seine fesseln nicht. Sei ein Krieger oder eine Königin!

17.05.2016 - Einzutauchen in die eigene Tiefe...

Herauszutreten aus dem Spiel der Projektionen....
Dem Spiegel ins Gesicht schauen, dem "Arschengel" dankbar sein können ...
Den Schmerz zu akzeptieren, anzunehmen, zu umarmen.... Auftauchend befreit von der darin wohnenden gefühlsmäßigen Ladung zu sein.

Welch ein wunderbares Spiel... Wohl dem, der voll Freude mitspielt.

 

Vergiss beim Auftauchen nie woher du kommst und warum du lebst. Auch wenn du Fehler machst und die ganze Welt mit dir im Zwietracht liegt, bleibst du immer noch du. Menschen machen Fehler, das liegt in ihrer Natur. Nur wenige aber sehen dies ein und lernen daraus. Du bist nicht schlecht, weil du Fehler machst, schlecht bist du erst, wenn du diese nicht einsiehst und es dir egal ist. Aber Menschen mit einem guten Herzen, auch wenn sie nicht unfehlbar sind, lernen. Als ich ein Kind war und meine Mutter mich mit in einen Zirkus nahm, lernte ich auch. Clowns können lachen, obwohl sie immer wieder einen drauf kriegen ... Das ganze Leben ist ein Zirkus, du darfst nur keine Tränen zeigen ... Lächle, wie der Clown als du Kind warst ...

Ich wünsche dir eine wundervoll buntes Tiefsee tauchen...
Ich bin "geprüfter  Tiefseetaucher " und habe inzwischen so richtig Spaß dran...